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Rekristallisationsglühen stellt nach Umformen ursprüngliches Gefüge wieder her
Während das Band zum Rohr umgeformt wird, verändert das Material durch den Umformprozess seinen Gefügezustand. Dieser wechselt zum Beispiel beim Austeniten von kubisch-flächenzentriert zu kubisch-raumzentriert. Ein Phänomen, das Umklappen genannt wird. Durch den veränderten Gefügezustand verfügt das Rohr über andere Materialeigenschaften als das Ursprungsband und ist beispielsweise magnetisierbar und weniger korrosionsbeständig.
Das ursprüngliche Gefüge kann mit dem Rekristallisationsglühen wieder hergestellt werden. Die hohen Temperaturen sorgen dafür, dass sich das Gefüge löst und reorganisiert, damit die ursprüngliche kristalline Gitterstruktur des Grundwerkstoffs wieder hergestellt wird.
Blankglühanlage bearbeitet Werkstoff 1.4301 in Wasserstoff-Umgebung
Bei der Wuppermann Rohrtechnik GmbH in Wilnsdorf wird dieser Prozess mit einer Blankglühanlage unter Ausschluss von Sauerstoff beispielsweise beim Werkstoff 1.4301 in einer vollständigen Wasserstoff-Umgebung auf der gesamten Glüh- und Kühlstrecke durchgeführt. Das Glühen erfolgt durch mehrere Induktionsspulen, die das Rohr auf circa 1080 °C erhitzen.
Danach hält eine Muffel die Temperatur über eine definierte Zeitspanne lang aufrecht, damit die Hitze die gesamte Rohrstärke durchdringt. Nach dem Glühprozess werden die Rohre mittels Graphitbacken bis auf Raumtemperatur heruntergekühlt.
„Die erfolgreiche Inbetriebnahme der Glühanlage in unserem Werk in Wilnsdorf war ein wichtiger Schritt für den Ausbau unserer Edelstahlsparte. Sowohl bei den Rohren als auch bei den Rohr- und Blechkomponenten sind wir im Edelstahlbereich damit weiter auf Wachstumskurs“, erklärt Dr. Arnd Schaff, Vorstand Geschäftsbereich Technische Produkte bei Wuppermann.
Wuppermann Rohrtechnik GmbH, www.wuppermann.com, Halle 03, Stand 3B30
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