Schweißen

Absaugbrenner reduzieren die Schadstoffe durch Schweißrauch

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Um die Gesundheitsgefahren für den Schweißer so gering wie möglich zu halten, gilt für das Schweißen der allgemeine Staubgrenzwert für die sogenannte „alveolengängige Fraktion“ (Partikel unter 0,1 µm Durchmesser) von drei Milligramm je Kubikmeter Raumluft. Bei der Festlegung der Grundmaßnahmen zum Schutz der Beschäftigten empfiehlt die Berufsgenossenschaft Metall in ihrer Handlungshilfe Schweißen deshalb, Aspekte des Arbeits- und Gesundheitsschutzes bereits bei der Planung der Schweißaufgabe zu berücksichtigen und wenn möglich schweißraucharme Schweißverfahren einzusetzen.

Verschiedene Maßnahmen gegen Schweißrauch möglich

So entwickeln sich beispielsweise beim MIG/MAG-Schweißen mit Massivdrahtelektroden geringere Schweißrauchmengen als beim Einsatz von Fülldrahtelektroden. Eine deutliche Reduzierung der Schweißrauchkonzentration kann auch durch die richtige Anwendung der Impuls-Lichtbogentechnik erreicht werden. Der Einsatz von Inertgas (MIG, WIG) kann ebenfalls eine deutlich geringere Rauchentwicklung bewirken. Bei verschmutzten Teilen ist zudem eine geeignete Oberflächenbehandlung vor dem Schweißen dringend geboten.

Eine Vorschrift der Gefahrstoffverordnung ist es, Stäube an der Austritts- oder Entstehungsstelle möglichst vollständig zu erfassen. In der Praxis wird diese Forderung unter anderem durch ortsfeste Absauganlagen umgesetzt, deren Einsatzmöglichkeiten jedoch auf einen festen Schweißplatz beschränkt sind. Der dabei zu beachtende, möglichst geringe Abstand zwischen Erfassungselement und Schweißstelle führt darüber hinaus zu Einschränkungen der Bewegungsfreiheit des Schweißers.

Diese Einschränkung ist je nach Ausführung des Absaugtrichters auch beim Einsatz flexibler Absaugeinrichtungen vorhanden. Zusätzlich ist dabei ein ständiges Nachführen des Erfassungselementes durch den Schweißer erforderlich.

Die Praxis hat gezeigt, dass für eine Akzeptanz des Absaugbrenners durch den Schweißer ein der jeweiligen Schweißaufgabe entsprechendes Modell ausgewählt werden muss, so dass möglichst keine Einschränkungen hinsichtlich der Zugänglichkeit zum Werkstück und der Handhabung des Brenners auftreten.

Kompakte Schweißbrenner mit integrierter Absaugung

Für Arbeiten in engen Räumen, wie sie beispielsweise Hohlräume in Schiffen sowie Schächte darstellen, sowie an schwer zugänglichen Stellen wie Fahrzeugaufbauten hat TBI Industries insgesamt 18 kompakte Absaugbrenner in den Baureihen E1 (bis 180 A Stromstärke und Drähte bis 1,2 mm Durchmesser), E2 (bis 450 A und 1,6 mm Drahtdurchmesser) und E3 (bis 550 A Stromstärke und Drähte bis 2,8 mm Durchmesser) entwickelt, deren brennerintegrierte Absaugungen sich in Kombination mit dem Absauggerät TBI Dusty in der Praxis bewährt haben. Die direkte Absaugung der Schadstoffe an der Gasdüse führt bei richtiger Anwendung auch an schwer zugänglichen Stellen zu einer Minimierung der Schadstoff-belastung für den Schweißer.

Über den mitgelieferten 5 m langen Absaugschlauch direkt mit dem Absaugbrenner verbunden, filtert das mobile Absauggerät selbst Ultrafeinstäube mit einem Durchmesser unter 0,1 µm aus dem abgesaugten Schweißrauch. Zwei Turbinen stellen eine stufenlos regelbare Absaugleistung bis zu 340 m3/h zur Verfügung, der Sättigungsgrad der Filterpatrone wird automatisch kontinuierlich überwacht.

Mobiles Absauggerät für Schweißrauch macht flexibel

Weitere Vorteile des Absauggerätes sind die feststellbaren Rollen und das geringe Eigengewicht von 21 kg, das einen flexiblen Einsatz und leichten Transport ermöglicht. Im stationären Einsatz können TBI-Absaugbrenner an jeder mobilen und stationären Absaugeinrichtung betrieben werden, sofern ein entsprechender Anschluss für den Absaugschlauch vorhanden ist.

Auf das Prinzip der direkten Absaugung setzt TBI Industries auch bei MIG/MAG-Roboterbrennern, die in Anlagen eingesetzt werden, in denen wegen großer Verfahrlängen oder aufgrund des Schweißens von beweglich auf Schweißdrehtischen gelagerten Werkstücken eine Absaugung mit direkt über der Schweißstelle zu befestigenden Absaughauben nicht erfolgen kann. Die mit einer direkten Absaugeinrichtung lieferbaren Roboterbrenner decken einen Stromstärkebereich von 300 bis 500 A ab. Sie sind für den Einsatz von Drähten mit 0,8 bis 1,6 mm Durchmesser ausgelegt.

Silvio Löschner ist technischer Redakteur bei der TBI Industries GmbH in 35463 Fernwald. Frederic Lanz ist dort Vertriebsleiter Deutschland.

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