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Schweißen

Absaugbrenner reduzieren die Schadstoffe durch Schweißrauch

| Autor/ Redakteur: Silvio Löschner und Frederic Lanz / Rüdiger Kroh

Laut Gefahrstoffverordnung muss Schweißrauch an der Austritts- oder Entstehungsstelle möglichst vollständig erfasst werden. Ortsfeste Absauganlagen sind auf einen Schweißplatz beschränkt. Kompakte Absaugbrenner sorgen für eine direkte Absaugung der Schadstoffe an der Gasdüse.

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Bild 1: Durch den Einsatz eines mobilen Absauggerätes kann der Schweißer die Arbeitsorte schnell und flexibel wechseln. Bild: TBI
Bild 1: Durch den Einsatz eines mobilen Absauggerätes kann der Schweißer die Arbeitsorte schnell und flexibel wechseln. Bild: TBI
( Archiv: Vogel Business Media )

Während ihrer Arbeit sind Schweißer tagtäglich weit mehr als nur mechanischen und elektrischen Gefahren ausgesetzt: Abhängig von Grundwerkstoff, Schweißzusatz und Schweißprozess entsteht während des MIG/MAG-Schweißens eine beträchtliche Menge Schweißrauch. Dieser enthält je nach Schweißprozess neben giftigen Gasen wie Kohlenmonoxid und Stickstoffoxiden auch partikelförmige Gefahrstoffe wie verschiedene Eisen- und Mangan-oxide, Aluminiumoxid und Fluoride, die durch das im Lichtbogen verdampfende Metall entstehen.

Gefährliche Partikel im Schweißrauch

Außer der chemischen Zusammensetzung der zum Schweißen verwendeten Grund- und Zusatzwerkstoffe haben auch Oberflächenbeschichtungen und Verschmutzungen durch Öl oder Fett Einfluss auf die chemische Zusammensetzung der im Schweißrauch enthaltenen Partikel. Die Gefahrstoffe im Rauch kommen teilweise in alveolengängigen Partikelgrößen von weniger als 1 µm vor, ein großer Teil davon ist sogar kleiner als 0,1 µm (ultrafeine Partikel). Diese Partikel können bis zu den Lungenbläschen (Alveolen) vordringen und über diese in den Blutkreislauf gelangen.

Schweißrauche schädigen die Gesundheit des Schweißers direkt durch Reizung oder Verätzung der Atemwege, dauerhaft aber auch durch die Aufnahme in den Körper und den anschließenden Angriff von Organen. Während der Körper Ablagerungen von Eisen-Oxidstaub (Schweißen von unlegiertem Baustahl) in der Lunge wieder auflösen kann, führen Aluminium-Ablagerungen (Schweißen von Aluminium) nachhaltig zu Atemnot und Kreislaufproblemen. Beim Schweißen von legierten Stählen und Edelstahl besteht darüber hinaus die Gefahr, dass Chrom- und Nickelpartikel über die Lunge in die Blutbahn gelangen, wo sie durch den Körper nur schwer wieder abgebaut werden können.

Gefahren beim Schweißen beurteilen und Schutzmaßnahmen treffen

Durch die Aufnahme der EG-Richtlinie über die „Durchführung von Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Arbeitnehmer bei der Arbeit“ in das deutsche Arbeitsschutzgesetz sind Arbeitgeber seit Februar 2009 deshalb unter anderem verpflichtet, die jeweiligen Gefahren beim Schweißen zu ermitteln und zu beurteilen sowie entsprechende Schutzmaßnahmen zu treffen.

Den genauen Umfang der bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen zu berücksichtigenden Anhaltspunkte regelt die am 1. Januar 2005 in neuer Form in Kraft getretene Gefahrstoffverordnung (GefStoffV): Im Anhang III Nr. 2 schreibt sie konkrete Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit einatembaren Stäuben vor.

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