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Leicht zu integrierende Oberflächenvorbehandlung
Die Implementierung des HAP wurde durch die Tatsache erleichtert, dass die Planer den Acerios-Plasmabrenner PCT 2000 stationär installieren konnten. Dafür reicht ein minimaler Arbeitsbereich im Aktionsradius des Roboters. Auch die Stromversorgung benötigt nicht einmal einen Quadratmeter Stellfläche, sodass das Audi-Team sie gut außerhalb der Zelle, zwischen vorhandenen Versorgungseinheiten, platzieren konnten.
Und zuvor ungenutzte Nebenzeiten des Roboters werden nun für den Transport der Stirnwand zum Brenner verwendet. Die Zugänglichkeit zum Werkstück ist auch wegen des schmalen Brenners optimal, sodass die Plasmaflamme exakt senkrecht und damit ideal zur Oberfläche hin ausgerichtet arbeitet. Auch ist das Abfahren von Bahnen während des Reinigungsprozesses überflüssig, denn die von innen nach außen einsetzende Reinigungswirkung deckt die gewünschte Fläche innerhalb der Brenndauer komplett ab.
Der Fakt, dass Acerios mit dem relativ günstigen Schutzgas Argon arbeitet, kam Audi ebenfalls entgegen. So konnte auf das bestehende Argon-Ringleitungsnetz zur Versorgung der dort installierten MIG-Schweißmaschinen zurückgegriffen werden. Zusatzkosten gab es also keine.
Einfach zu integrieren und zu bedienen
Auch die Plasmastromquelle, die mit dem Brenner über ein 6 Meter langes Schlauchpaket verbunden ist, wurde von Audi sehr einfach integriert. Denn die Schnittstelle des Acerios-Systems entspricht der von den MIG/MAG-Schweißgeräten, weil auch diese von Fronius stammen. Weil diese Bestandteil der VW-Schnittstellenspezifikation ist, konnte Audi das Acerios-System problemlos innerhalb eines Tages an die Anlagensteuerung anbinden.
Sowohl die Einstellung als auch Bedienung der Anlage lehnt sich weitgehend an die der WIG-Stromquellen an, wie Rudolph bestätigt Wer also eine WIG-Stromquelle einstellen kann, kann auch mit dem Acerios-System arbeiten. Die Bedienung ist ohnehin einfach, wie der Audi-Mann sagt, denn nur wenige Parameter wie Stromstärke oder Brenndauer müssen dazu eingestellt werden.
Invest bleibt im Vergleich zum Laser moderat
Die Investitionen für den Einsatz von Acerios bei Audi sind vergleichsweise niedrig ausgefallen. Das hat allerdings nicht nur mit der Möglichkeit der Doppelnutzung vorhandener Betriebsmittel und diverser Hardware zu tun. Auch die umfangreichen Erfahrungen von Audi mit anderen Fronius-Stromquellen und deren geringen Wartungskosten war nicht allein ausschlaggebend. Denn im Vergleich zu anderen Arten der partiellen Reinigung zeichnet sich das HAP-System von vorneherein durch besonders niedrige Anschaffungskosten aus: Zum Beispiel im Gegensatz zu laserbasierten Systemen, die bereits in der Grundinvestition bei etwa einer Million Euro liegen. Die Acerios-Konfiguration ist hier um ein Vielfaches günstiger. Inklusive der jeweiligen Automatisierungsanlage liegt die Fronius-System etwa im mittleren fünfstelligen Bereich. Zudem ist keine separate, abgeschirmte Roboterzelle nötig, wie sie das Lasersystem erfordert. Auch der Stromverbrauch liegt deutlich unter dem eines Reinigungslasers. Zusätzlich benötigt Acerios aber etwa 15 Liter Gas pro Minute.
Auch verglichen mit der bisher üblichen, aufwendigen Nassreinigung sind die Einsparungen erheblich, wie Rudolph bestätigt: „Wir konnten die Reinigungskosten pro Stirnwand um einen Betrag im unteren einstelligen Eurobereich senken und gleichzeitig die Ressourceneffizienz ohne Abstriche in der Reinigungsqualität steigern.“ Vergleichbare Einsparungen im Fahrzeugbau zu erreichen, ist üblicherweise mit deutlich höherem Aufwand verbunden.
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