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Blechumformung

Automatisierung sorgt für wiederholgenaues Biegen

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Kleine Stückzahlen wirtschaftlich fertigen

Zunächst haben die Mitarbeiter bei Omega nur Aufträge mit Losgrößen ab 30 Stück auf das Biegezentrum genommen. Schnell wurde jedoch die Erfahrung gemacht, dass sich auch kleinste Stückzahlen auf dem Multibend-Center wirtschaftlich fertigen lassen. Im Zeitvergleich sind die Werker an den Pressen noch gar nicht mit dem Rüsten fertig, wenn das Biegezentrum einen Kleinauftrag bereits erledigt hat.

Dabei suchten die Omega-Leute erst nach dem Biegezeitvorteil. Denn ein Verkleidungsteil, das auf den Pressen mit zwei Bedienern etwa viereinhalb Minuten Biegezeit brauchte, war ein klarer Kandidat für das Biegezentrum. Dort benötigt das gleiche Teil mannlos nur 40 s. Nachdem Omega jedoch auch die Rüstzeiten als Entscheidungskriterium hat einfließen lassen, ist die Anzahl der Werkstücke auf dem Biegezentrum sprunghaft nach oben geschnellt.

Das Biegezentrum fertigt nur wirtschaftlich relevante Teile

Heute überlegt man bei jedem Biegeteil, ob es nicht auch wirtschaftlich ist, nur etwa sieben von acht Biegungen auf dem Biegezentrum zu herzustellen und eine nicht machbare letzte Biegung auf den Pressen zu ergänzen. Kleinteile lassen sich manchmal nur biegen, wenn man zwei Teile aneinanderhängt, um genügend Spannfläche für den Manipulator und die Werkzeuge zu erhalten. Beispiel dafür ist eine Riemenverkleidung aus 2 mm Aluminium, die einen Radius aus einzelnen Biegesegmenten aufweist.

Dieses Werkstück wird auf den Pressen nur mit viel Mühe und sehr aufwendig gefertigt. Auf dem Biegezentrum ist das Biegen von Radien ein Kinderspiel. Jedoch ist eine solche einzelne Riemenverkleidung zu klein für die Maschine. Daher wurden konstruktiv zwei dieser Teile aneinandergehängt. Obwohl man die Teile nach dem Biegen trennen und entgraten muss und die letzte Biegung sogar anschließend auf einer Presse ergänzt, ist diese Bearbeitung um ein Vielfaches wirtschaftlicher als die frühere Fertigungsfolge.

Die Riemenverkleidung hat konstruktiv einen sehr groben Radius, der reine Funktionskriterien erfüllt. Anders ist das bei den Türen der Medizinmöbel. Dort muss der Radius hohen optischen Ansprüchen genügen. Beide Kriterien erfüllt das Multibend-Center ohne die Werkzeuge wechseln zu müssen. Mit dem Stepbiegeverfahren auf dem Biegezentrum entfallen somit die Anrissmarkierungen, die die Pressenbediener zum Biegen der Radien benötigt haben. Man muss diese nicht mehr programmieren und durch den Laser muss die Markierung nicht mehr auf das Blech aufgebracht werden. Damit bringt das Biegezentrum auch Kostenvorteile im vorgelagerten Bereich.

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