Pressenautomation

Automatisierung steigert Ausbringungsleistungen an Pressen

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Dann können sie beliebig innerhalb der mechanischen Grenzen der Hub-, Greif- und Vorschubachsen verfahren werden. Vorher waren diese Bewegungen fest vorgegeben, da sie mechanisch an die Exzenterbewegung gekoppelt waren. Bei jedem Pressenhub musste der volle Transportweg der Greif- und Hubachse verfahren werden. Durch einen festen Vorschubweg müssen die Werkzeuge immer im gleichen Stufenabstand gebaut werden. Eine Flexibilität des Einsatzes von Werkzeugen mit anderem Stufenabstand gibt es nicht.

Pressenbewegung von Transferbewegung entkoppelt

Damit bestimmte der Transfer auch die Zykluszeit der Anlagen. Durch die Entkopplung von Pressen- und Transferbewegung können die Wege und damit auch die Zykluszeiten jetzt auf den Millimeter genau an das jeweilige Werkzeug beziehungsweise Pressteil angepasst werden. Der Vorschubweg wurde erweitert, sodass der Betreiber auch in puncto Werkzeugeinsatz deutlich flexibler geworden ist.

Die mechanische Entkopplung reduziert zudem die Übertragung von Schwingungen und Stößen, während die Servomotoren sehr harmonische und ruckfreie Verfahrbewegungen realisieren.

All das zusammen verhindert, dass durch zu abruptes Beschleunigen und Abbremsen oder Stöße beim Transport Teile verloren gehen, was zu schweren Schäden an Werkzeugen und Transfers führen kann. Hauptvorteil ist jedoch eine deutlich erhöhte Ausbringung.

Elektronische Transfers ermöglichen Hubzahlen-Steigerung der Presse um 30%

Mit den elektronischen Transfers konnten die Hubzahlen von ursprünglich 14 bis 16 auf bis zu 20 Takte pro Minute erhöht werden, was einer Steigerung um durchschnittlich 30% entspricht. Die Auslegung des Transfers erfolgte sogar auf 25 Hübe pro Minute.

Im Vergleich zu den bisherigen Transfers hat sich auch die Reproduzierbarkeit von Einstelldaten verbessert. So werden einmal für ein Werkzeug optimierte und abgespeicherte Antriebsparameter quasi mit dem ersten Hub exakt angefahren. Weiterer Vorteil der mechanischen Entkopplung ist auch die Reduzierung der Werkzeugwechselzeiten von rund 25 auf unter 10 Minuten.

Steuerung an jeder Presse gibt vollem Einblick

Zum Einrichten der Teiletransfers gibt es an jeder Presse ein tragbares Simatic Mobile-Panel MP177. Damit kann der Einrichter direkt an den Ort des Geschehens gehen und hat vollen Einblick darauf, wenn er den Transfer bei sicher reduzierter Geschwindigkeit im Tippbetrieb verfährt.

Für Eingriffe bei Störungen im laufenden Betrieb gibt es unter anderem zusätzlich ein stationäres Simatic Multi-Panel MP377 an jeder Presse, mit grafischer Bedienoberfläche unter Simatic WinCC flexible. Die integrierten Synoptiken und die Fehlerdiagnose erlauben dem Pressenbediener eine schnelle Diagnose und Fehlerbehebung.

Pressen-Retrofit in 6 Wochen abgeschlossen

Der Umbau und die Inbetriebnahme der Pressen erfolgte termingerecht in einer erstklassigen Zeit von jeweils 6 Wochen. Die modernisierten Pressen laufen seither ohne jegliche Störungen mit erhöhter Ausbringung. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten hat reibungslos funktioniert, alle haben die für derartige Projekte unabdingbare Flexibilität und Motivation gezeigt.

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