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Diese extrem hohe Schachteldicke mit konzentrierter thermischer Hitze und das Betreiben der Anlage im obersten Grenzbereich erzeugten einen systemischen Fehler. Eine Anlage, die bis 25 mm Qualitätsschnitt schneiden kann, erfüllt ihre Aufgabe indes nur dann mit 100% Einschaltdauer, wenn sie auch Zeit für eine ausreichende Abkühlung der Brennner, der Verschleißteile und des Kühlkreislaufs erhält.
Stark erwärmtes Kühlwasser lässt Plasmaschneidanlage schneller verschleißen
Sobald jedoch die Kühlwassertemperatur im oberen Bereich angekommen ist, sinkt aufgrund der geringeren Temperaturdifferenz die Kühlleistung des Plasmasystems und der Verschleiß ist überproportional stark, wenn weiter im Grenzbereich gearbeitet wird. Im hier beschriebenen Falle kam noch erschwerend hinzu, dass der Anwender einen Wassertisch einsetzte, bei dem sich das Medium Wasser durch den Dreischichtbetrieb stark erwärmte und so zur weiteren Verschlechterung der Standzeiten beitrug.
Man muss sich dabei den überhöhten Verbrauch von Verschleißteilen einer Plasmaschneidanlage, die im Grenzbereich arbeitet, so vorstellen, wie einen erhöhten Treibstoffverbrauch eines Pkw oberhalb der Richtgeschwindigkeit.
Wann immer eine Plasmaanlage eingesetzt werden soll, müssen drei Parameter besonders betrachtet werden: Qualitätsschnittbereich, Trennschnittbereich und die Lochstechkapazität. Dabei wird vorausgesetzt, dass es sich um Stromquellen handelt, die mit 100% Einschaltdauer betrieben werden können. Handplasmageräte weisen in der Regel eine niedrigere Einschaltdauer auf.
Maximale Trennschnittdicke einer Plasmaschneidanlage über Qualitätsschnittbereich
Diese Plasmaanlage hatte einen angegebenen Qualitätsschnittbereich bis 25 mm – der Kunde hatte jedoch 40-mm-Trennschnittgrenze im Kopf gespeichert, sodass er der Meinung war, noch reichhaltige Reserven zu besitzen – dem war aber nicht so. Eine maximale Trennschnittdicke beschreibt einen Schnitt, der von der Blechkante aus ohne Einstechen gestartet wird.
Die Plasmaschneidanlage ist bei dieser Dicke nicht mehr in der Lage, das Material anzustechen, ohne dass hierbei ein erheblicher Düsenabbrand erfolgen würde. Daher ist die maximale Trennschnittgrenze eine Maximalgröße, für die es in der Praxis nur wenige Einsatzfälle gibt und der man daher nicht zu viel Beachtung schenken sollte.
Zu dicke Schnitte treiben Betriebskosten der Plasmaschneidanlage hoch
Die Praxis zeigt jedoch oftmals: Wurde erst einmal in eine 40-mm-Plasmaschneidanlage investiert, dann findet der Vertrieb auch passende Lohnaufträge für diesen Dickenbereich. Doch die anschließend überproportionalen Betriebskosten können in der Regel nicht in Rechnung gestellt werden, wodurch sich die Wirtschaftlichkeit der Plasmaschneidanlage reduziert.
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