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Blechzuschnitte

Blechteile wirtschaftlich zuschneiden – Tipps und Erfahrungen

| Autor/ Redakteur: Gerhard Hoffmann / Dietmar Kuhn

Lohnschneider und Schneidabteilungen, die für den Eigenbedarf Bleche und Konturteile zuschneiden, können sich steigendem Kostendruck nicht entziehen. Höhere Anforderungen an Schnittqualitäten, die im Folgeprozess eine geringere Nacharbeit bedeuten, werden ebenso gewünscht wie preiswertere Zuschnitte. Um dies zu erreichen, ist eine Frage vorab zwingend zu beantworten: Was kostet ein Meter Schnitt tatsächlich?

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Plasmaschneidanlage mit Doppelbrenner. Beachtet man einige wichtige Kriterien für die Investition in eine solche Anlage, dann kann man damit viel Geld sparen. Bild: Deutscher Schneidverband
Plasmaschneidanlage mit Doppelbrenner. Beachtet man einige wichtige Kriterien für die Investition in eine solche Anlage, dann kann man damit viel Geld sparen. Bild: Deutscher Schneidverband
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Frage nach den Kosten von einem Meter Schnitt dürfte je nach Schneidverfahren unterschiedliche Antworten hervorbringen. Betrachtet wird der im Grobblechbereich häufig vertretene Blechdickenbereich, der nach Angaben der Mitglieder des Deutschen Schneidverbandes in den Grenzen von 5 bis 40 mm bei Normalstahl liegt. Als Schneidverfahren kommt dabei Plasma zum Tragen.

Einsparpotenzial des Plasmaschneidens nicht immer ausgeschöpft

In diversen Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen wird das Plasmaschneidverfahren für den mittleren Blechdickenbereich als das wirtschaftlichste Trennverfahren für die meisten Anwendungen ermittelt, sofern die Parameter richtig erfüllt werden. Leider wird in der Praxis jedoch nicht immer das volle Einsparpotenzial von Plasma erreicht, und dies hat verschiedene Hintergründe.

Zunächst eine Fallbetrachtung aus der Praxis: Ein junges Metallbauunternehmen am Niederrhein investierte in den Kauf einer 350.000-Euro-Plasmaschneidanlage mit den Abmessungen 2500 mm × 12500 mm und einer modernen Hochleistungs-Plasmaschneidanlage in Zweibrenner-Ausführung. Dem Jungunternehmer gelang es, einige gute Lohnschneidaufträge einzufahren, bei denen die Anlage dreischichtig ausgelastet wurde.

Hohe Verschleißteilekosten beim Plasmaschneiden möglich

Doch der vermeintliche Gewinn der Anlage wurde durch die nicht erwarteten Verschleißteilekosten aufgezehrt: Rund200.000 Euro fielen jährlich an Kosten für Düsen, Elektroden, Kappen und Wirbelringe an. Wie konnte dies passieren?

Mit Bedacht wurde die Spezifikation der Anlage sorgfältig geplant. Die zu schneidenden Blechdicken lagen zwischen 18 und 25 mm, die Plasmaanlage arbeitet bis 25 mm im Qualitätsschnittbereich – dies sollte doch eigentlich passen.

Große Wärmeentwicklung beim Plasmaschneiden im obersten Grenzbereich

Auf den ersten Blick sah es auch so aus. Doch genauere Untersuchungen haben aufgedeckt, dass die Betriebskosten einer Plasmastromquelle pro Stunde überproportional ansteigen, wenn die Stromquelle an der Grenze ihres Qualitätsschnittbereichs betrieben wird, wie Tabelle 1 (siehe Bildergalerie) beispielhaft an drei älteren Plasmastromquellen zeigt.

Der Grund für den hohen Verschleiß ist damit erklärbar, dass, wenn eine Plasmaanlage im obersten Grenzbereich betrieben wird, eine große Wärmeentwicklung entsteht. In dem konkreten Fall hat der Kunde zusätzlich seine Lohnaufträge mit vielen Kleinteilen so gut ineinander verschachtelt, dass der Materialverschnitt äußerst gering ausfiel. Seine Blechtafeln 2000 mm × 6000 mm enthielten mehr als 1000 Kleinteile.

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