Dicker Rotstift! Continental streicht 3.000 Stellen

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Beim Zulieferer Continental glätten sich die Wogen nicht. Wegen der Krise in der Autoindustrie werden nun erneut Jobs geopfert.

Tja, alle bisherigen Sparmaßnahmen bei Continental haben offensichtlich nicht so gefruchtet, wie man gehofft hat. Jetzt kommt es wohl vor allem für die Conti-Belegschaften in Deutschland noch dicker ...(Bild:  Continental)
Tja, alle bisherigen Sparmaßnahmen bei Continental haben offensichtlich nicht so gefruchtet, wie man gehofft hat. Jetzt kommt es wohl vor allem für die Conti-Belegschaften in Deutschland noch dicker ...
(Bild: Continental)

Bis Ende 2026 sollen in der Automobilsparte von Continental weltweit noch einmal 3.000 Jobs in Forschung und Entwicklung wegfallen – davon 1.450 in Deutschland. Betroffen sind vor allem die Standorte in Hessen und Bayern. Der Standort Nürnberg soll sogar ganz schließen. Continental hatte bereits vor einem Jahr angekündigt, in der Automotiv-Sparte 7.150 Stellen zu streichen, wovon es 5.400 in der Verwaltung und 1.750 in der Entwicklung erwischt hätte. Das sei inzwischen zu 80 bis 90 Prozent umgesetzt. Continental begründete den erneuten Abbau mit der sich zuspitzenden Situation in der Autobranche. Damit fällt rund jede zehnte Entwicklungsstelle bei Continental weg. Das soll aber so sozialverträglich ablaufen, wie es geht.

Folgende Hiobsbotschaften sind zu melden:

  • 20 Entwickler trifft es allein am mit 4.000 Mitarbeitern größten Automotive-Standort in Frankfurt. Dort hatte Conti bereits im vergangenen Jahr Hunderte Stellen gestrichen;
  • Ebenfalls 220 sind es im hessischen Babenhausen, mit derzeit noch rund 1.800 Mitarbeitern;
  • Die Schließung des Ingenieursstandorts Nürnberg betrifft dort nach Unternehmensangaben 140 Mitarbeiter;
  • In Wetzlar und Schwalbach, wo man bereits 2024 die Schließung angekündigt hatte, wechseln weniger Mitarbeiter als zunächst geplant an andere Standorte. Rund 200 Stellen fallen dadurch in Wetzlar zusätzlich weg, zehn sind es in Schwalbach;
  • In Ingolstadt werden 20 von 1.550 Stellen abgebaut, in Regensburg 40 von 3.800;
  • Bei der Softwaretochter Elektrobit fallen 480 Stellen weg – davon 330 in Deutschland.

Contis Sparprogramm war noch zu wenig

Aufgrund der herausfordernden Marktsituation habe sich gezeigt, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichten, um die eigenen Ziele zu erreichen. Deshalb müssten nun weitere Stellen bei Continental wegfallen. Das Ziel bleibe es aber, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung bis 2027 auf unter zehn Prozent des Umsatzes zu senken. Dennoch will man in den nächsten Jahre substanziell in Forschung und Entwicklung investieren.

Barsche Kritik vom Conti-Betriebsrat

Scharfe Kritik kam von der Arbeitnehmerseite. „Wir sind sehr besorgt, dass sich die tiefen Einschnitte bei der Automotive-Forschung und -Entwicklung zu einem umfassenden Kahlschlag ausweiten“, so der Gesamtbetriebsratschef Michael Iglhaut. Stellenabbau und Kostensenkungen um jeden Preis sind seiner Meinung nach auch keine tragfähige Zukunftsstrategie. Das offensichtlich absichtliche Ausbluten der deutschen Standorte schwäche die Sparte, die Continental noch in diesem Jahr in die Eigenständigkeit entlassen wolle. Es ist den Betroffenen dabei absolut schleierhaft, wie mit derart tiefen Einschnitten die Wettbewerbskraft gestärkt werden soll. Fraglich sei auch, wie ein derart starker Stellenabbau noch sozialverträglich sein könne.

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