Bleche und Rohre nach Maß – und das einfach und schnell über E-Commerce. Mit diesem Trend kennt 247 Tailor Steel sich aus. Das niederländische Unternehmen ist auf Wachstumskurs.
Guido Schumacher ist Geschäftsführer Vertrieb Deutschland und Österreich von 247 Tailor Steel.
(Bild: 247 Tailor Steel)
Kundenorientierung, Service, Expansion und die Software hinter dem Jobshop – im Gespräch mit Blechnet verrät Guido Schumacher, Geschäftsführer Vertrieb Deutschland und Österreich, was den Metalldienstleister bewegt.
Herr Schumacher, 247 Tailor Steel ist uns bekannt als Anbieter von Metallblechen, Rohren und Kantteilen . Nach den bereits bekannten Standorten Oyten und Hilden haben Sie im September 2021 den ersten Spatenstich für die neue Produktionsstätte in Langenau bei Ulm gesetzt. Die Zeichen stehen auf Expansion. Warum?
Wir müssen wachsen! Wir hatten im März 2022 in der ganzen Gruppe mit rund 700 Mitarbeitern einen Auftragseingang von rund 23 Millionen Euro. Wir müssen wachsen, um dem Bedarf gerecht zu werden. Denn: 2011 haben wir den ersten deutschen Standort in Bremen gegründet, der schon bald zu klein wurde, sodass wir im nahegelegenen Oyten neu gebaut haben. Hier beginnen wir noch in diesem Jahr mit einem Anbau. In Hilden haben wir im September 2020 die Produktion eröffnet und auch hier gibt es schon Überlegungen für einen Anbau. Und in diesem Herbst werden die ersten Teile am neuen Standort im süddeutschen Langenau bei Ulm produziert.
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Wir müssen wachsen, damit wir in der Gruppe nicht ständig an der Kapazitätsgrenze arbeiten. Bedenken Sie, es hat auch seine Vorteile, wenn die Werke nicht voll ausgelastet sind. Die dadurch entstehende Zeit können wir nutzen, um unsere Mitarbeiter:innen fortzubilden und zum Beispiel Qualitätsschulungen durchzuführen. Davon profitieren letztendlich wieder unsere Kunden.
Was dürfen Kunden in Langenau erwarten?
Vor allem möchte ich hier das Rohrlaserschneiden hervorheben. Bisher haben wir die Rohrbearbeitung vollständig in den Niederlanden angesiedelt. In Lagenau werden nun aber auch erstmals in Deutschland nach und nach zehn Rohrlaser installiert. Hier greifen wir wie immer auf die BLM Group zurück. Außerdem investieren wir sukzessive in zehn zusätzliche Flachbettlaser von Trumpf sowie zwölf Abkantbänke von LVD. Selbstverständlich alles automatisiert.
Im August beginnt der Maschinenaufbau und im September startet die Fertigung. Da auch hier sukzessive die Kunden aus Süddeutschland, die bisher ihre Bestellungen größtenteils aus Hilden beziehen, von Betriebsbeginn an dann aus Langenau beliefert werden, startet das Werk so auch nicht bei Null, sondern wird direkt profitabel wirtschaften.
Sie sagen „selbstverständlich automatisiert“ – was haben Sie hier im Sinn?
Wir handeln durchaus im Sinne einer Smart Factory. Der erste Mensch in der Fertigung greift erst ein, wenn das fertig geschnitte Teil vom Laser auf die Palette oder in den Karton gehoben wird. Alles davor, wie Bestellung, Nesting, sowie Berechnung der Produktions- und Lieferzeiten, läuft automatisch. So bringen auch fahrerlose Transportsysteme das benötigte Material an die Maschinen.
Wir haben über 22.000 Kunden im Stamm und schaffen es, bis zu 13 verschiedene Aufträge auf einem Blech zu realisieren. Das reduziert enorm den Abfall.
Die Anzahl der Maschinen sowie das Layout vom Werk in Langenau wird unsere Musterfabrik. Alle zukünftigen Produktionsstätten werden so aussehen. Ich kann an dieser Stelle verraten, dass wir an den Grundstücken beziehungsweise Bauvorhaben an weiteren vier Standorten arbeiten: Niederlande, Belgien, Deutschland im Raum Frankfurt/Würzburg sowie Linz in Österreich.
Über das reine Blechschneiden hinaus – welchen Service bieten Sie?
Unser Service ist die 99,7 prozentige termingerechte Lieferung. Bis vor einem Jahr hätte ich mich sogar dazu hinreißen lassen 99,99 Prozent zu sagen. Aber auch wir merken die Folgen der Pandemie und des Russland-Ukraine-Konflikts. Wir haben Volumenverträge mit unseren Lieferanten, was uns zugute kommt. Aber manche Materialien haben auch wir in manchen Stärken zu manchen Zeitpunkten aktuell einfach nicht lieferbar.
Unser erklärtes Ziel ist hier ganz klar wieder auf 99,7 Prozent Liefertreue zu kommen.
Zum Stichwort Service ist natürlich außerdem die von uns selbst entwickelte Software, unsere „Sophia“, unser Aushängeschild. Sie ist 24/7 erreichbar.
Was genau macht die Assistentin Sophia, wie unterstützt sie Ihre Kunden?
Kunden laden hier ihre CAD-Datei in Form einer DWG, DXF oder STEP-Datei des Produktes oder auch der ganzen Baugruppe hoch. Sie wählen den gewünschten Werkstoff und denn Wunschtermin, zu dem sie ihre Teile haben möchten und bekommen in Echtzeit ein Angebot erstellt. Sophia erkennt dabei selbst, ob es sich um ein ob Flach- oder Kantteil oder um ein Rohr handelt.
Stand: 08.12.2025
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Und wenn es doch mal hakt, stehen unsere Area Sales Manager mit Rat und Tat, auch vor Ort beim Kunden, wenn gewünscht, zur Seite und geben Hilfestellung.
Im Übrigen weiß Sophia auch ganz genau, welche Materialien wir in welchen Dicken verfügbar haben und was nicht. Sie werden sonnst gesperrt und man kann über die Kontaktaufnahme zum Area Sales Manager in Erfahrung bringen, ob die gewünschte Materialsorte für den jeweiligen Auftrag gegebenenfalls doch beschaffbar ist und individuell geöffnet werden kann
Ist Onlinebestellen nicht auch anfällig für einen Angriff durch Cyberkriminelle? Sind die Daten Ihrer Kunden bei Ihnen sicher?
Eine 100 prozentige Garantie kann man nie geben. Aber wir tun hier unser Bestes. Wir sind ISO-zertifiziert und haben allein über 60 Mitarbeiter:innen in der IT. Die IT und die damit verbundene Sicherheit hat oberste Priorität für uns, denn wenn Sophia still steht, steht 247 Tailor Steel still.
Was steht außerdem in diesem Jahr noch auf Ihrer Agenda?
Zum einen natürlich die Eröffnung in Langenau. Hier suchen wir noch Fachkräfte in allen Bereichen – wir freuen uns auf alle Arten von Bewerbungen! Die noch zu besetzenden Stellen stehen auf unserer Homepage.
Zum anderen der bald kommende erste Standort in Österreich, in Linz. Hier haben wir seit dem 1. März einen Area Sales Manager, der für alle Fragen aus Österreich zur Verfügung steht!