Keine Erlösung Deutsche Maschinenbauer lassen die Köpfe weiter hängen

Quelle: VDMA 3 min Lesedauer

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Wie der VDMA analysiert hat, ist die Stimmung im deutschen Maschinen- und Anlagenbau nach wie vor nicht rosig.

Dr. Johannes Gernandt, der neue Chefvolkswirt beim VDMA, kommentiert zu den jüngsten Umfrageergebnissen im deutschen Maschinen- und Anlagenbau: „Verhaltener Optimismus zeigt sich in den Unternehmen mit Blick auf die zweite Jahreshälfte.“ Es bleibe eher durchwachsen ...(Bild:  Sarah Kastner Fotografie)
Dr. Johannes Gernandt, der neue Chefvolkswirt beim VDMA, kommentiert zu den jüngsten Umfrageergebnissen im deutschen Maschinen- und Anlagenbau: „Verhaltener Optimismus zeigt sich in den Unternehmen mit Blick auf die zweite Jahreshälfte.“ Es bleibe eher durchwachsen ...
(Bild: Sarah Kastner Fotografie)

Die Stimmung im Maschinen- und Anlagenbau bleibt weiterhin gedrückt. Denn nur rund ein Viertel der insgesamt 936 Ende Juni befragten Unternehmen (26 Prozent) bewertet die aktuelle Lage als sehr gut oder gut (im März noch 27 Prozent). Etwas mehr Unternehmen (32 Prozent) geben dagegen das Urteil „schlecht“ oder gar „sehr schlecht“ ab (März = 29 Prozent). Auch die Aussichten hätten sich nur unwesentlich verändert. Rund 56 Prozent der Befragten erwarten im nächsten halben Jahr deshalb keine Veränderung der Situation. Mit 29 Prozent sind jedoch mehr Befragte optimistisch als pessimistisch (mit Blick auf die zweite Jahreshälfte). Etwa 15 Prozent erwarten jedoch eher eine Eintrübung der Lage. Im laufenden Jahr rechnen 42 Prozent mit einem nominalen Umsatzwachstum. Rund 30 Prozent erwarteten einen Umsatzrückgang. Und knapp 28 Prozent eher eine Seitwärtsbewegung. Für 2026 sind die Unternehmen aber auch optimistischer. Denn es sehen 58 Prozent ein nominales Wachstum als möglich an. „Die Stimmung im Maschinen- und Anlagenbau bleibt aufgrund von handelspolitischen Spannungen und geopolitischen Konflikten sowie der daraus resultierenden weltweit hohen Unsicherheit angespannt“, kommentiert der neue VDMA-Chefvolkswirt, Dr. Johannes Gernandt, die Situation, der seit Mai die Rolle von Dr. Ralph Wiechers übernommen hat, der in den Ruhestand getreten ist. Unter dem Strich dürfte das laufende Jahr für die Mehrheit der Unternehmen durchwachsen verlaufen und sich ein Umsatzwachstum erst wieder 2026 einstellen, wie Gernandt prognostiziert.

In Sachen Absatzmärkte bleibt Nordamerika vorne

Trotz der Handelsstreitigkeiten mit den USA werden die aktuellen Absatzchancen in Nordamerika dennoch als besonders günstig gesehen. Denn 31 Prozent der Unternehmen bewerten die Situation mit „gut“ oder sogar „sehr gut“. Jedes vierte Unternehmen meldet jedoch schlechte oder sehr schlechte Absatzchancen in dieser Region. Eine ähnlich positive Beurteilung liege nur für den Nahen und Mittleren Osten vor. In Deutschland sind die aktuellen Absatzchancen weiterhin besonders schlecht, wie bei der Befragung herauskam. Rund 43 Prozent vergeben die Noten „schlecht“ oder „sehr schlecht“, während nur 18 Prozent ein positives Fazit abgeben. Für China sieht es nur unwesentlich besser aus, denn 41 Prozent melden schlechte oder sehr schlechte aktuelle Absatzchancen. Und nur etwa jedes fünfte Unternehmen gab eine positive Rückmeldung mit Blick auf China. Auf das nächste halbe Jahr gesehen, erwartet die Mehrzahl der Unternehmen also keine großen Veränderungen. Europa schneidet noch am besten ab, weil 31 Prozent eine Verbesserung der Absatzchancen in der EU und in Deutschland als realistisch ansehen. Für Nordamerika sind es 27 Prozent. Dort erwarten 15 Prozent der Unternehmen eine Verschlechterung im nächsten Halbjahr (Deutschland = sieben Prozent. Restliche EU drei Prozent). Die asiatischen Regionen werden durchgehend schlechter bewertet. In China erwarten beispielsweise 18 Prozent eine Verbesserung und 16 Prozent eine Verschlechterung der Absatzchancen über diesen Zeitraum.

Mehr Personalabbau, aber sinkende Kurzarbeit

Die anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen führten schließlich dazu, dass sich der Personalabbau im zweiten Halbjahr fortsetzen dürfte. Etwa 27 Prozent erwarten folglich einen weiteren Abbau der Stammbelegschaft, während jedes fünfte Unternehmen eine positive Beschäftigtenentwicklung auf sich zukommen sieht. Die Kurzarbeit dürfte hingegen abnehmen. Rund 29 Prozent der Unternehmen erwarten, dass sich die Kurzarbeit im eigenen Unternehmen im nächsten halben Jahr reduziert (März = 23 Prozent). Über die Hälfte der Unternehmen (52 Prozent) glaubt an eine Kurzarbeit auf gleichem Niveau. Die Unternehmen holen demnach vermehrt ihre Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurück, um wieder eingehende Aufträge abzuarbeiten. Das nähre die Hoffnung, dass sich der Beschäftigtenabbau in den nächsten Monaten etwas abschwäche.

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