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Hoffnung auf eine Sonderlösung wurde erfüllt
„Eigentlich“, so erklärt Karl-Heinz Müller, „hatten wir wenig Hoffnung, dass uns jemand eine solche Abkantpresse für diese besondere Einbausituation liefert. Doch dann sind wir bei Hezinger fündig geworden, das war unser Glück.“ In diesem Zusammenhang konstatiert Weber: „Wir suchen mit unseren Maschinen nicht den Kunden, sondern wir suchen den Kunden und versuchen dann, seine Wünsche und Bedürfnisse bezüglich seiner Produkte mit unseren Maschinen und Anlagen zu erfüllen. Das ist unsere besondere Philosphie, die uns von vielen anderen unterscheidet.“ Und es brauchte nur fünf Monate, bis die besondere Abkantpresse in die vorhandene Fertigungslinie integriert werden konnte, wo sie ihre Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit des Anwenders erledigt.
Wo Bleche gekantet und umgeformt werden, da müssen auch Bleche zugeschnitten werden. Dieser Zuschnitt wird bei Novoferm Riexinger in Brackenheim mit einer Industrie-Tafelschere Hezinger-CutLine Baureihe HGR gelöst. „Auch dabei handelte es sich um eine Herausforderung“, sagt Weber. „Die 6-m-Tafelschere ist erst einmal nichts Spektakuläres. Aber sie ist anders gebaut als marktübliche Scheren. Denn es ist eine kulissengeführte Schere mit Rollenführung“, erklärt Weber. Bei den Scheren unterscheidet man nun zwischen Kulissen- und Schwingschnittscheren. Beim Schwingschnitt gestaltet sich die Führung des Messerbalkens über eine Drehachse, die nach hinten versetzt ist. Das ist maschinenbautechnisch relativ einfach zu lösen. Bei einer kulissengeführten Schere hängt, ist im Vergleich zum Schwingschnitt der Messerbalken praktisch wie eine Guillotine aufgehängt und üblicherweise rechts und links durch die Zylinderaufhängung geführt. Anspruchsvollere Scheren haben auch noch in der Mitte eine Führung. Die Hezinger-Schere bei Novoferm Riexinger ist sogar über die gesamte Messerlänge im ungefähren Abstand von 400 mm durch entsprechende Rollen geführt. Damit wird die sonst überlicherweise stark ausgeprägte Bogenförmigkeit des Zuschnittes, vor allem bei langen Scheren, auf ein Minimum reduziert.
„Um eine 100%ige Schnittqualität zu bekommen, braucht es bei dieser Art von Schere etwas mehr Maschinenbau“, macht Weber deutlich. Dies deshalb, weil die gesamte Oberbalkenmimik entsprechend größer ausgebaut ist und der gesamte Oberbalken eine Führungsfläche besitzt. Dazu muss der Maschinenrahmen entsprechend schwer ausgebildet sein. Das verhindert vor allem, dass der Messerbalken irgendwo ausweichen kann.
Der Münztest als Grad der Schnittqualität
So bekommt der Anwender eine gratarme und saubere Schnittkante mit wenig Bogenförmigkeit. Trotz allem ist eine Schnittspaltverstellung über die Rollenführungen möglich. „Die Schnittqualität einer Tafelschere“, so Weber, „lässt sich ganz einfach mit dem sogenannten Münztest feststellen.“ Man stellt einfach ein Zweieurostück senkrecht auf das Maschinenbett. Ist die Schere richtig aufgestellt, so wie bei Novoferm Riexinger, und die Münze bleibt beim Schnittvorgang stehen, dann ist das ein Zeichen für die Schwingungsarmut und damit auch für eine hohe Qualität der Schere, trotz einer Schnittkraft von 14 t und bei 4 mm dicken Blechen. „Die Qualität der Schnittkanten war für uns ein oberstes Kriterium für die Investition in diese Hezinger-Tafelschere. Denn für die Weiterbearbeitung ist es ungemein wichtig, dass wir passgenaue Schnitte mit sauberen Schnittkanten erzeugen“, sagt Müller. Auf der Schere schneidet das Brackenheimer Unternehmen sowohl Bleche für Zargen als auch für andere Produkte, die Novoferm Riexinger rund um die Türen und Tore benötigt. In Brackenheim löste die Hezinger-Tafelschere ein in die Jahre gekommenes Fremdfabrikat ab.
Mit beiden Hezinger-Anlagen investierte Novoferm Riexinger in ein Stück Zukunft der Zargenfertigung. Dass der Zargenhersteller mit Sonderlösungen, vor allem für das Kanten, so spontan von Hezinger bedient wurde, kam in erster Linie einem reibungslosen Fertigungsprozess ohne Produktionsverluste zugute.
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