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Die Nacharbeit mit Werkzeug auf der Metall-oberfläche entfällt — ein Putztuch genügt. Wesentlicher Nutzen bei den Bochumern ist, dass sie dank der innovativen Fügetechnik ihre Taktzeit von 50 auf 40 s reduziert haben und den zuvor handarbeitsintensiven Fertigungsschritt komplett in die automatisierte Prozesskette integrieren konnten. „Den Lösungsansatz mit CMT, den die deutschen Kollegen gefunden hatten, haben wir für unseren Anwendungsfall am Boden- und Seitenblech der Fahrzeuge übernommen, die Applikation angepasst und die Lösung weiterentwickelt“, berichtet Pete Roberts. Mit Puls-Mix-Löten per Roboter überbrückt man bei Opel die relativ breiten Spalte und erreicht eine genügend feste Verbindung. Puls-Mix ist eine Variante der beiden Basisverfahren CMT und Impulslichtbogen.
Puls-Mix-Dank Löten entfällt aufwändige Nacharbeit
Puls-Mix-Löten beseitigt bei Vauxhall gleich mehrere Probleme. Erstens wird die aufwändige Nacharbeit und der damit verbundene hohe Aufwand an Zeit und Personal eingespart. Zweitens werden die Ausfälle, die sich zuvor infolge der Unterbrechung der Drahtförderung ergaben, eliminiert. Und die Brennerdüsen, früher hoch verschleißbelastet mit dem Austausch von bis zu zwei Stück pro Schicht, arbeiten bereits eineinhalb Jahre im Zweischichtbetrieb.
Drittens sparen die Techniker ganze Teile ihrer Produktionsanlagen und den dafür benötigten Platz ein. Die Fertigungsinsel, die zuvor einzig für die umfangreichen Arbeiten des Prüfens und Richtens reserviert war, ist entfallen. Das trifft auch auf die zum Teil aufwändigen Vorrichtungen zu, die früher zum Schutz empfindlicher Partien wie Gewindebohrungen gegen Schweißspritzer nötig waren. Zum Beispiel mussten insbesondere die Gewindebohrungen im Bereich der Fügestellen sorgfältig abgedeckt werden, um ein Anhaften der umherfliegenden flüssigen Metallpartikel zu verhindern.
Jetzt sparen die Anwender allein durch den Wegfall der Schutzabdeckung volle 4 s pro Taktzyklus. „Wir haben alle Prozessvorteile aus dem automatisierten Einsatz der vier Stromquellen TPS 3200 CMT zum Puls-Mix-Löten im Boden- und Seitenbereich der Karosserie kumuliert. Sie ergeben deutlich über 1000% Steigerung des MTBF (Meantime between Failure) im Vergleich zur vorherigen Kurzlichtbogen-Anwendung“, rechnet der Technikmanager Ray Price vor. Idealerweise verlängert sich die durchschnittliche Zeit zwischen zwei ausfallbedingten Unterbrechungen sogar auf das bis zu Zwanzigfache. Denn die Stillstände infolge Störung sanken von zwei pro Schicht auf eine pro (zweischichtiger) Arbeitswoche.
Beim Löten Trendsetter in der Automobilbranche
GM in Bochum und Vauxhall avanciert durch seine Lösung des Lötens an der Karosserie zum Trendsetter in der Automobilbranche. Das Löten ersetzt das übliche Punkt- oder Lichtbogenschweißen dort, wo bisher technische oder wirtschaftliche Engpässe auftraten, zum Beispiel wenn eine höhere Nahtfestigkeit erforderlich ist oder Nacharbeit entfallen soll. Es ermöglicht außerdem ein sicheres Fügen von Blechen unterschiedlicher Stahlsorten. Die Voraussetzung für die ausreichend innige Verbindung schafft die CMT-Technik beim Puls-Mix-Löten mit der perfekten Prozessregelung.
Eine weitere Applikation fanden die Füge-Experten von Vauxhall gleichfalls beim GM-Partner in Bochum, wo ein bis 3 mm großer keilförmiger Spalt zwischen Karosserie und Türscharnier-Schenkel mit dem CMT-Schweißen überbrückt wird. Dort eine feste MAG-Verbindung zu schaffen war zuvor eine Aufgabe für perfekte Handschweißer. Denn nicht allein der Spalt stellt eine besondere Schwierigkeit dar, sondern auch die Differenz zwischen den Blechdicken: Das 0,8 mm dicke Material der Karosserie ist mit dem 6 mm dicken Blech des Türscharnierschenkels zu verbinden. Mit dem CMT-Prozess wird dank des reduzierten Wärmeeintrages weitgehend der Materialverzug und damit das richtende Nachbearbeiten vermieden. Das Wesentliche: Der Arbeitsschritt des Fügens von Scharnierschenkeln an die Fahrzeugtüren wurde automatisiert und prozesssicher gemacht. Jetzt übernehmen Roboter die diffizile Arbeit.
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