Ära zu Ende Der letzte Ford rollt bald vom Band in Saarlouis

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Seit 1970 baut man in Saarlouis Ford-Modelle. Doch die Tage des Ford-Werkes sind nun definitiv gezählt ...

Nach 55 Jahren Automobilbau kommt für das Ford-Werk in Saarlouis in etwas mehr als einem Monat das Aus in Sachen Autobau. Es geht zwar mit reduzierter Belegschaft noch etwas weiter, aber demnächst wird sich auf dem Ford-Gelände ein Pharmaunternehmen ansiedeln.(Bild:  dpa)
Nach 55 Jahren Automobilbau kommt für das Ford-Werk in Saarlouis in etwas mehr als einem Monat das Aus in Sachen Autobau. Es geht zwar mit reduzierter Belegschaft noch etwas weiter, aber demnächst wird sich auf dem Ford-Gelände ein Pharmaunternehmen ansiedeln.
(Bild: dpa)

Capri, Escort, Fiesta und schließlich Kuga, C-Max und Focus hießen respektive heißen die Ford-Modelle, die im Werk in Saarlouis gefertigt wurden oder werden. Nun ist aber nach 55 Jahren bald Schluss damit, heißt es nicht ohne Wehmut. Offiziell rollt nämlich schon in gut einem Monat der letzte Ford vom Band. Das absolute Aus soll am 30. November sein. Weil aber noch Restarbeiten anstehen, sei derzeit geplant, das letzte Auto bereits am 21. November zu bauen. Das sagte jedenfalls der dortige Betriebsratsvorsitzende, Markus Thal. Thal kommentiert: „Das wird nicht nur ein historischer sondern auch ein emotionaler Schnitt für die Menschen, die bei Ford gearbeitet haben – aber auch für eine ganze Region.“ Derzeit werden am Tag noch rund 350 Autos vom Typ Focus gefertigt. Aktuell sind laut Thal noch 2.700 Mitarbeiter im Saarlouiser Werk beschäftigt. Für 1.000 Mitarbeiter geht es danach aber im Werk noch weiter, denn sie werden Komponenten und Ersatzteile für Ford in Europa bauen. Seitdem im Januar 1970 die Produktion begann, wurden übrigens rund 15,6 Millionen Fords in Saarlouis gebaut.

Nach Ford wird in Saarlouis das Unternehmen Vetter agieren

Von 2013 bis 2018 war darunter außerdem das erste elektrische Serienauto von Ford – der Focus Electric. Die Produktion ging aber vor einigen Jahren nach Spanien. Seit Februar 2024 gilt für die Beschäftigten im Ford-Werk ein Sozialtarifvertrag, der unter anderem die Weiterbeschäftigung der 1.000 Mitarbeiter bis Ende 2032 vorsieht. Rund 1.400 Beschäftigte werden am 1. Dezember demnach in eine Transfergesellschaft wechseln. Bei den 1.000, die bleiben sollen, laufe aber derzeit auch ein freiwilliges Programm, bei dem noch bis zu 250 Personen ausscheiden könnten. Das sei dann frühestens ab Ende Januar 2026 möglich. Auf dem Ford-Gelände will sich im Übrigen der Pharmadienstleister Vetter ansiedeln. Laut einer Ankündigung vom Juni 2024 will er in den kommenden Jahren für mehrere hundert Millionen Euro ein Werk für 2.000 Beschäftigte bauen. Dafür sollen 50 Hektar der bisher unbebauten Ford-Flächen – und nach dem Auslaufen der Automobilproduktion der ganze Standort genutzt werden.

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