Rohde & Schwarz

Entgraten und Entfetten – der letzte Schliff für präzise Blechteile

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„Teilereinigung und -entgratung ist für uns eigentlich nichts Neues“, erzählt Hermann Muhr, der bei Rohde & Schwarz im Werk Teisnach für die technologische Weiterentwicklung in der Blechfertigung verantwortlich zeichnet. „Die Teile mussten schon immer diesen Prozess durchlaufen. Nur war dieser wesentlich umständlicher und mit viel mehr Handhabungsarbeit verbunden als jetzt. Das kostete nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld. Da mussten wir gegensteuern und das ist uns mit dieser Anlage von Fine-Line auch gelungen.“

Neue Anlage senkt Durchlaufzeiten um etwa 20 %

Laut Muhr schienen die früheren Durchlaufzeiten unendlich und bremsten quasi auch den gesamten Fertigungsprozess spürbar aus. Da Fineline auch ein starkes Standbein in der Leiterplattenfertigung hat – unter anderem auch im Rohde & Schwarz-Konzern, – kamen dort auch die Blechteilehersteller um Muhr auf die Idee, nach einer leiterplattenähnlichen Lösung auch für die Blechteile zu suchen.

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Und wie jetzt nach etwa einem knappen Jahr in Teisnach bewiesen wurde, hat man wohl den richtigen Riecher gehabt. Mit der installierten Anlage – eine zweite ist bereits im Aufbau – konnten die Durchlaufzeiten um etwa 20 % gesenkt werden. Sie läuft bei Rohde & Schwarz im Zweischichtbetrieb.

Die Anlage besteht aus mehreren Bausteinen, die hintereinandergereiht vom Blechteil durchlaufen werden. „In der Wahl der Anordnung und Anzahl der verschiedenen Reinigungs- oder Engratstationen ist der Kunde völlig frei“, sagt Achim Weeder, Geschäftsführer von Fineline mit Sitz in Frankfurt am Main. Demnach kann der Anwender die einzelnen Module entweder zu einer Durchlaufanlage – wie bei Rohde & Schwarz zum Entfetten, Entgraten oder Reinigen – verketten oder auch völlig frei kombinieren. Ihren Namen erhält eine Anlage nach ihrer Hauptfunktion.

In Teisnach ist es dementsprechend eine Entgratanlage. Selbstverständlich kann der Kunde auch die entsprechende Größe der Anlage wählen. „In der Konstellation sind wir völlig offen. Der Kunde bekommt aus einem Modulsystem heraus genau die Anlage, die er beziehungsweise sein Produktspektrum benötigt“, erklärt Weeder.

Beim Entfetten werden die Teile mit 60 °C heißem Wasser gespült

Bei der Anlage, wie sie jetzt bei Rohde & Schwarz im erfolgreichen Betrieb läuft, werden die fertiggeschnittenen Roh-Blechteile in einem Container bereitgestellt und derzeit noch von Hand auf ein Förderband aufgelegt, das die Teile durch die gesamte Linie transportiert. Dabei spielt eine gewisse Auflagerichtung keine Rolle. In der ersten Stufe werden die Bleche entfettet und gleichzeitig gespült. Beim Entfetten werden die Teile im Grunde genommen nur mit 60 °C heißem Wasser gespült beziehungsweise gereinigt.

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