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Der Technologiepool erkannte schnell, dass man sich einen Überblick über die komplette Produktion vom Arbeitsplatz aus verschaffen musste. So begann die Entwicklung eines firmeneigenen PPS-Systems. In enger Zusammenarbeit der Entwickler von Technologiepool mit CAM Concept wurden Schnittstellen zum Datenaustausch zwischen Finest und dem PPS-System spezifiziert und implementiert.
- Auftragsdaten und zugehörige DXF-Dateien werden automatisch an das Programmiersystem Finest Cut übergeben. Dabei können Layer-Informationen ausgewertet werden und in Abhängigkeit der einzusetzenden Schneidmaschine Schneidbedingungen angepasst werden beziehungsweise Bauteile verrundet werden. Da alle Bauteile nach der Übernahme noch einmal endkontrolliert werden sollen, werden sie bei der Übernahme als „nicht freigegeben“ gekennzeichnet. Im Konstruktionsmodul von Finest Cut können diese Bauteile dann in einem Fenster angezeigt und ausgewählt werden.
- Die in Finest Cut ermittelten Zeiten und Wege der erzeugten Schneidpläne werden zur Planung der tatsächlichen Maschinenauslastung sowie der Nachkalkulation der gefertigten Aufträge an das PPS-System zurückgegeben.
Dieser ständige Datenaustausch ermöglicht ein sehr schnelles Handhaben der Betriebsabläufe sowie die schnelle Kommunikation mit dem Kunden über den Fertigungszustand von bestellten Teilen.
Alle Spezialitäten der neuen Maschine auch richtig nutzen
Durch den Einsatz neuer Maschinen wie beispielsweise einer Laseranlage der Firma Stiefelmayer oder einer Plasma-Schneidanlage von Microstep, mussten durch CAM Concept spezielle Möglichkeiten der Programmierung geschaffen werden. So führte die Microstep-Anlage vor jeder zu schneidenden Kontur einen Abtastzyklus zur Detektion der Blechoberfläche durch, der mehrere Sekunden dauert. Finest Cut optimiert die Anzahl der Abtastzyklen und damit der Schneidzeit: Eine neue Abtastung wird erst dann aufgerufen, falls die nächste zu fertigende Kontur weiter von der Position der letzten Abtastung entfernt liegt als durch Parameter erlaubt. Immer in Verbindung mit den Technikern von Technologiepool konnten durch CAM Concept alle Spezialitäten der neuen Maschine genutzt werden.
Dr. Helmut Herzer, Mitarbeiter der Arbeitsvorbereitung, erklärt:„Die in Finest Cut vorhandene umfangreiche Funktionalität umfasst einerseits die bei thermischen Trennverfahren allgemein eingesetzten vielfältigen modernen Techniken. Andererseits wurden auch spezifische Funktionen in Finest Cut integriert, die nur vom Technologiepool eingesetzt werden oder bedingt wegen des technologischen Leistungsvermögens der Anlagen vorhanden sind. Bei der Erarbeitung mehrerer Postprozessoren wurden häufig Wünsche der Mitarbeiter aus der Arbeitsvorbereitung berücksichtigt, um die Flexibilität der NC-Programme zu verbessern. Das betrifft beispielsweise eine Sprunglogik für technologisch bedingte Unterbrechungen der Bearbeitung oder eine spezifische Stückzahlkontrolle für ausgewählte Laseranlagen. Auch für technologische Sonderfertigungen vom Technologiepool wurden nach Aufgabenvorgabe leistungsfähige Postprozessoren durch Cam Concept entwickelt, wie die Drehachsbearbeitung zur Formatrohrbearbeitung.“
Im Jahr 2008 wurde die Firma Technologiepool nach ISO 9001 zertifiziert. 2013 erfolgte die Erweiterung des Maschinenparks durch eine leistungsfähige neue Trumpf-Laserschneidanlage Tru Laser 5030 fiber mit Festkörperlaser Tru Disk 5001.
Finest Cut wurde für diese Maschine weiterentwickelt : Mittelpunktskennzeichnungen erzeugen in Abhängigkeit des eingesetzten Materials (Alu oder CRNI) unterschiedliche Markierausgaben, und die Stegbreite von Microstegen kann vom Maschinenbediener nachträglich ohne Änderung des NC-Codes beeinflusst werden. Da bei dickem Schwarzblech sehr viel Wärme durch den Anstich in das Material eingebracht wird, nutzen die Programmierer vom Technologiepool sehr gerne die Option „Anstiche vorziehen“. Die Schnittaufnahme an den vorgestochenen Positionen wurde optimiert. Momentan werden alle im Technologiepool eingesetzten Laser- und Plasmaanlagen mit Finest Cut programmiert. In einem derart gemischten Maschinenpark sind zwei Funktionen von Finest Cut besonders attraktiv: Zum einen können im Schachteln per Knopfdruck zum Beispiel Schneidpläne für Plasma-Anlagen zu Schneidplänen für Laser-Anlagen gewandelt werden, wobei Anschnittfahnen und Schneidbedingungen automatisch angepasst werden. Zum anderen kann der Postprozessor beim Erzeugen des NC-Codes für einen Schneidplan automatisch auch die NC-Codes für alle gleichartigen Anlagen, zum Beispiel für alle Plasma-Anlagen, erzeugen: Die NC-Codes stehen dann immer für alle geeigneten Maschinen zur Verfügung.
Der Geschäftsführer vom Technologiepool Johann Stamm lobt die gute Zusammenarbeit mit CAM Concept, die bereits über mehrere Jahrzehnte beide Unternehmen technologisch voranbringt. CAM Concept überarbeitet derzeit das langjährig bewährte Finest Cut Programmiersystem vollständig: Für die Version Finest Cut 7 wurde mit Qt eine Klassenbibliothek für plattformübergreifende Programmierung eingesetzt. Das erlaubt es, neben Windows auch andere Plattformen zu bedienen. Finest Cut 7 benutzt eine Standard SQL Datenbank, so das die Integrierbarkeit in das betriebliche Umfeld jederzeit gegeben ist. Über eine offene Schnittstelle ist der Datenaustausch via Austauschtabellen oder XML mit ERP-Systemen immer gewährleistet, was auch der Kommunikation zwischen Finest Cut 7 und dem PPS-System vom Technologiepool neue Möglichkeiten eröffnet.
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