„Mehr Effizienz im Presswerk“ am 5. Juni in Würzburg Drei Fragen – drei Antworten

Von M.A. Frauke Finus 3 min Lesedauer

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Knackig und auf den Punkt: Drei Fragen, drei Antworten – im Vorfeld der Fachtagung „Mehr Effizienz im Presswerk“ am 5. Juni hat blechnet mit drei Referenten gesprochen.

Drei der Referenten der Fachtagung „Mehr Effizienz im Presswerk“ im Kurzinterview. (Oben rechts Gerald Schulz (Fagor Arrasate), oben links Jörg Stahlmann (Consenses) und unten Leo Sonntag (Amtec Kistler).(Bild:  Fagor Arrasate, Amtec Kistler, Consenses)
Drei der Referenten der Fachtagung „Mehr Effizienz im Presswerk“ im Kurzinterview. (Oben rechts Gerald Schulz (Fagor Arrasate), oben links Jörg Stahlmann (Consenses) und unten Leo Sonntag (Amtec Kistler).
(Bild: Fagor Arrasate, Amtec Kistler, Consenses)

Im Gespräch haben uns Gerald Schulz, Global Director Press Hardening Fagor Arrasate Deutschland GmbH, Leo Sonntag Vertriebsleiter Amtec Kistler GmbH, und Jörg Stahlmann, Geschäftsführung Consenses GmbH, Antworten auf die folgenden Fragen gegeben.

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1. Wenn Sie es in einen Satz packen müssten – was ist die größte Stellschraube für die OEE von Stanz- und/oder Umformlinien?

Gerald Schulz, Fagor Arrasate: Die Zeit ist gekommen, dass Führungskräfte wieder mehr „handeln“ und „entscheiden“ müssen.

Leo Sonntag, Amtec Kistler: Motiviertes Personal mit langjähriger Erfahrung. Mit Personal meine ich, Anlagenfahrer, Instandhalter, Produktionsplaner, Prozessoptimierer, Werkzeugbauer, Werkzeuginstandhalter und auch den Einkauf, der den Fokus mehr auf professionelles Betreiben legt als auf besonders kostengünstigen Invest. Man sieht schon an der Auflistung vom Personal: Viele Bereiche müssen eng ineinandergreifen, damit das „Uhrwerk“ Pressenlinie effizient funktionieren kann.

Jörg Stahlmann, Consenses: Niemanden alarmiert durch die Halle rennen lassen, sondern bewusst und begründet Tag für Tag die Prozesse verbessern.

2. Laut der aktuellen Studie „Performance-Treiber 2024“ der Unternehmensberatung Staufen gehen acht von zehn Industrieunternehmen davon aus, dass die Einführung neuer Technologien wie etwa der künstlichen Intelligenz bei ihnen für einen Produktivitätsschub sorgen wird. Vor allem in der Datenanalyse werden große Potenziale gesehen, um Schwachstellen schneller identifizieren und entsprechende Ergebnisverbesserungen erzielen zu können. Wie ist im Kontext dieser Aussage Ihre Einschätzung dazu für Pressenlinien?

Gerald Schulz, Fagor Arrasate: Die ersten Schritte sind schon mit 4.0 usw. gemacht und umgesetzt worden. Die künstliche Intelligenz kann sicher ein weiterer Schritt sein.

Leo Sonntag, Amtec Kistler: In einer kaltumformenden Pressenlinie für Karosserieteile von Fahrzeugen liegt die Ausbringung typischerweise zwischen 8.000 bis 20.000 mit einer Ausfallquote von ca. 2 bis 5 Prozent. Allein diese Tatsache deutet darauf hin, dass professionelle Datenanalyse unabdingbar ist, um effizient betreiben zu können. Kleine Fehler können durch die hohe Ausbringung schnell zu hohen Verlusten und Nacharbeiten führen. Und um die Fehler nicht zu wiederholen kann eine Datenanalyse helfen. Die Herausforderungen der Datenanalyse sind dabei hoch, da viele Parameter für die Qualität der Ausbringung eine Rolle spielen: Unterschiedliche Materialien (Stahl, Alu, Hochfester Stahl) mit inkonsistenter Qualität, Unterschiedlichste Formungen mit unterschiedlichen Flächen von 0,2 bis 5 Quadratmeter in unterschiedlichen Dicken von 0,4 Millimetern bis typischerweise 3 Millimetern (bis zu 13 Millimetern sind in Ausnahmefällen auch möglich). Eine KI zur Datenanalyse kann gerade im Kontext einer Pressenlinie dabei ungemein helfen, weil sowohl durch die große Masse an zu produzierenden Teile als auch durch die vielen Einflussfaktoren sehr viele Daten analysiert werden müssen.

Jörg Stahlmann, Consenses: Wir sagen es seit der ersten Stunde und ich schreibe es hier wieder: Auch bei Datenanalysen sind Softwaretools keine Lösung. Barcodes haben kein Logistikproblem gelöst, SAP löst kein organisatorisches Problem – es ist immer die Form der Nutzung und die Einbettung in bestehende Strukturen, mit denen der Erfolg kommt.

3. Was können Betreiber von Presswerken tun, um agil und zukunftsfähig zu bleiben?

Gerald Schulz, Fagor Arrasate: Investieren in neue Technologien wie zum Beispiel eine 100-Prozent-Kontrolle durch im Rahmen von „automatischer Qualitätssicherung“ und „automatischm Ab-stapeln“ hinter der Presse – auch in kleinen Presswerken. Außerdem natürlich generell der Abbau von der Bürokratie.

Leo Sonntag, Amtec Kistler: Für eine gute Kommunikation zwischen den Arbeitsbereichen sorgen. Was nützen neueste Technologien, Sensorik oder hochauflösende Datenerfassung, wenn sie nicht richtig gefiltert, analysiert und einander mitgeteilt werden. Auch eine KI kann nur dann nutzen, wenn sie mit gültigen Daten gefüttert wird und ein ganzes Team mit ca. 10 Leuten mit langem Atem (1 bis 2 Jahre) mit zuvor klar definierten Zielen dahinter steht. Was auch helfen kann, ist ein Austausch unter Presswerkbetreibern innerhalb der Compliance und Geheimhaltungsregeln.

Jörg Stahlmann, Consenses: Die Potenziale und Grenzen der eigenen Ressourcen genau kennen und auf dieser Basis in jeder Situation zunächst handlungsfähig bleiben und dann strategisch die Position verbessern.

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