Zulieferindustrie

Frankreichs Zuliefer haben sich für den Weltmarkt fit gemacht

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Diese Entwicklung zeichnet sich laut Métral spätestens seit 2006 ab. Seitdem gehen in Frankreich die Wachstumsraten der Zulieferer auseinander. Diese „offene Schere“ sieht man dort in allen Sparten der Zulieferbranche. Je nach Abhängigkeit von der Automobilindustrie fallen die Wachstumsraten der einzelnen Sparten mehr oder weniger deutlich aus. So reichte 2007 die Spanne von 1,3% bei technischen Kunststoff- bis 18% bei Schmiedeteilen. „Bei technischen Kunststoffteilen wird im hohen Maße für die Automobilindustrie gearbeitet“, erläuterte Patricia Lexcellent, Geschäftsführerin des französischen Kunststoffverarbeitungs-Verbands, Fédération de la Plasturgie, Paris, auf der Messe. In den anderen Absatzbranchen sei die Nachfrage nach Zulieferteilen „viel stärker“ gewachsen.

Davon haben die Zulieferer in der Metallverarbeitung mehr profitiert, insbesondere aufgrund der hohen Nachfrage in der Prozess-, Energie- und Luftfahrtechnik, bei Nutz- und Schienenfahrzeugen. Diese Branchen ordern zum Beispiel sehr große, aber auch qualitativ sehr hochwertige Schmiedeteile. „Die größten Schmiedepressen in Europa stehen in Frankreich“, sagte Fabrice Chevaleyre, technischer Koordinator im französischen Schmiedeverband, Association française de Forge, Paris, auf der Midest. Deren Presskraft reiche bis 650000 kN. Mit diesen Großpressen würden Ringe mit bis zu 8 m Durchmesser hergestellt. Diese Präferenz schlägt sich in der Marktbedeutung französischer Schmieden nieder. „Bei Schmiedeteilen ist Frankreich die Nr. 3 in Europa und die Nr. 8 weltweit“, betonte Chevaleyre. Die Exportquote liege bei 45%.

Absatzmarkt Automobilbau büßt an Vorsprung ein

Bei Metallgussteilen werden in Frankreich etwa 45% des Umsatzes in der Automobilindustrie erzielt. Noch 2005 war der Anteil höher. „Seitdem hat er an Vorsprung eingebüßt“, berichtete Jean-Marc Schissler, Leiter des Bereichs Automobilbau und Luftfahrttechnik im französischen Gießerei-Verband, Paris.

In den Jahren danach kämpfte man darum, den Umsatz bei Gussteilen für Automobile zumindest konstant zu halten. Das war auch das Ziel für 2008, bis zum Auftragseinbruch im letzten Quartal. Im Gegensatz dazu bleibt die Entwicklung außerhalb der Automobilindustrie auf dem eingeschlagenen Kurs. „In den anderen Absatzbranchen ist der Markt in guter Verfassung“, erläuterte Schissler. Man profitiere von Folgeaufträgen.

So verwies er auf der Midest auf den steigenden Absatz bei Eisen- und Titangussteilen. Seit gut vier Jahren gebe es zweistellige Wachstumsraten. Diesbezüglich profitiert man von der Absatzentwicklung in der Luftfahrttechnik. Metallgießereien, die für diese Branche arbeiten, werden laut Schissler „bis 2012/2013 eine hohe Auslastung“ haben. Außerdem kommen weiterhin Impulse aus der Militär- und Medizintechnik. Darüber hinaus ist die Absatzlage im Maschinenbau immer noch gut. Seit drei Jahren stellt man dort eine erfreuliche Entwicklung fest. „Maschinenbauer, die zuvor im Ausland orderten, sind zurückgekommen“, berichtete Schissler. Hohe Qualität, Flexibilität und kurze Vorbereitungszeit wurden dabei als Gründe angeführt.

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