Fiessler Sicherheitssysteme

Gesenkbiegepressen sind dann produktiv, wenn sie sicher sind

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Parallele Lichtquelle schließt gefährliche Spiegelungen aus

Die Werkzeuge der Abkantpresse und das zu bearbeitende Teil besitzen in aller Regel reflektierende Oberflächen. Die schützenden Lichtstrahlen können zu Umspiegelungen führen, sodass beispielsweise die Finger des Bedieners nicht mehr erkannt werden. Diese gefährlichen Umspiegelungen lassen sich nur durch den Einsatz einer parallelen Lichtquelle ausschließen. Deshalb benötigen für Gesenkbiegepressen geeignete Schutzsysteme eine parallele Laserlichtquelle. Mit Lichtquellen, wie sie in etwa für Sicherheitslichtvorhänge verwendet werden, können keine parallelen Lichtstrahlen erzeugt werden. Sie sind deshalb ungeeignet für den Einsatz an Gesenkbiegepessen.

Nur durch die Verwendung von parallelem Licht können deshalb gefährliche Umspiegelungen an reflektierenden Blechen und Werkzeugen ausgeschlossen werden.

Bildergalerie

Durch das Schutzfeld des Sicherheitssystems, das sich direkt unterhalb des eingespannten Oberwerkzeugs befindet, sind Finger und Hände des Bedieners geschützt. Aufgrund dieser Anordnung der Laserstrahlen ist es möglich, auch kleine Teile während des Biegevorgangs mit den Fingern zu führen. Somit können mit dieser Sicherheitseinrichtung kleine Kantteile wie auch große Werkstücke sicher hergestellt werden. Damit flaches oder auch kastenförmiges Material sicher abgekantet werden kann, werden zwei unterschiedliche Betriebsarten benötigt.

Beim Flachbiegen besteht der Schutzraum aus einem 40 mm zum Bediener vorgelagerten Absicherungsfeld. Das bedeutet: Sobald Finger oder Hände sich näher als 40 mm zur Biegelinie befinden, werden sie von der Sicherheitseinrichtung erkannt. Dies führt dann zum sofortigen Stopp der Abwärtsbewegung.

Im „Flachbiegemodus“ ist es gleichzeitig möglich, die Presse mit aktiviertem Schutz bis zum Klemmpunkt mit großer Geschwindigkeit zu betreiben. Das bedeutet maximale Produktivität bei voller Sicherheit. Diese Sicherheit ist auch während der oben beschriebenen „dynamischen Situation“ gegeben. Falls die Bedienperson während der schnellen Schließbewegung zwischen dem Kantteil und dem Oberwerkzeug eingreift, werden Finger oder Hände durch das 40 mm vorgelagerte Schutzfeld rechtzeitig erkannt und ein sicheres Abschalten der Abwärtsbewegung erfolgt.

Im „Kastenbiegemodus“ muss der vordere Teil des Schutzfeldes, in dem sich die Aufkantung befindet, ausgeblendet werden, damit ein Schließen der Presse möglich ist. Bei dieser Betriebsart wird somit das vorhandene Schutzfeld in horizontaler Richtung reduziert.

Dies geschieht bei allen auf dem Markt verfügbaren Sicherheitssystemen. Durch diese Schutzfeldreduzierung wird ein Finger, dessen Spitze sich direkt an der Biegelinie befindet, nicht erkannt. Rutscht dieser Finger in die beinahe geschlossene Presse während diese mit hoher Geschwindigkeit schließt, kann die Presse aufgrund ihres Bremsweges nicht mehr rechtzeitig anhalten und der Finger wird gequetscht, obwohl die Schutzeinrichtung ihn erkennt. Deshalb muss die Schließgeschwindigkeit im Kastenbiegemodus früher reduziert werden als beim Flachbiegen.

Sobald die Biegelinie erreicht ist, werden die Körperteile erkannt

Beim Sicherheitssystem AKAS wird dies durch die oben beschriebene Vergrößerung des horizontalen Schutzfeldes unterhalb der Stempelspitze bei gleichzeitiger Erhöhung des Umschaltpunktes von Eilgang auf Schleichgang wie folgt kompensiert:

Vergrößerung des vertikalen Schutzfeldes: Körperteile, die sich auf der Biegelinie befinden werden durch diese Maßnahme früher erkannt.

Im Vergleich mit dem Flachbiegemodus fährt die Presse im Kastenbiegemodus in Abhängigkeit von der Maschine einen Weg X in kleiner Geschwindigkeit, bevor das Oberwerkzeug auf das Blech trifft. In dieser kleinen Geschwindigkeit ist der Bremsweg der Gesenkbiegepresse wesentlich kleiner als in Eilganggeschwindigkeit. Greift die Bedienperson in den Bereich unterhalb des Oberwerkzeuges ein, kurz bevor die Presse geschlossen ist, erkennt AKAS das Körperteil sobald die Biegelinie erreicht ist. Durch die reduzierte Geschwindigkeit kann die Bewegung so gestoppt werden, ohne dass der Bediener verletzt wird.

Damit wird mit der Umschaltung des Schutzfelds von einem horizontalen in ein vertikales Schutzfeld in Kombination mit einer früheren Reduzierung der Schließgeschwindigkeit sichergestellt, dass die Finger des Bedieners auch bei dynamischem Eingreifen oder Einrutschen geschützt sind. Gesenkbiegepressen zeichnen sich unter anderem auch dadurch aus, dass zum Biegen der Werkstücke höhere oder niedrigere Stempel benutzt werden. Dies hat zur Folge, dass Sicherheitssysteme, die den Bereich direkt unterhalb der Stempelspitze absichern (wie zum Beispiel das AKAS), auf die jeweils benutzte Stempelhöhe eingestellt werden müssen. Damit die notwendige Einstellung nach einem Werkzeugwechsel bei unterschiedlich hohen Werkzeugen ohne Zeitverlust möglich ist, werden AKAS-3P-Sender und -Empfänger mit vollautomatischen elektromotorischen Supporten ausgeliefert. Der Einstellvorgang wird durch einfaches Betätigen des Einstellstartknopfes ausgelöst. Die sonst benötigte Justagezeit kann für andere Tätigkeiten, wie etwa das Bereitstellen des Materials oder Programmieren der Maschinenparameter, genutzt werden.

Das Gesenkbiegepressen-Sicherheitssystem AKAS 3P gewährt volle Sicherheit im Flach- wie auch im Kastenbiegemodus. Das System ist durch TÜV-CE-Baumuster geprüft und cUL-gelistet und erfüllt damit vollumfänglich die Vorgaben der EN12622, B11.3, Z142 und NR12. Durch die spezielle Anordnung des Laserschutzfeldes ist ein Schließen der Presse bis zum Klemmpunkt mit einer großen Geschwindigkeit möglich. Im Zusammenspiel des automatischen Einstellens des Systems und dem jeweiligen Oberwerkzeug ist eine maximale Produktivität bei voller Sicherheit für den Bediener gegeben.

(ID:43521690)