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Dabei ist, im Hinblick auf den automobilen Leichtbau, die Warmumformung äußerst wichtig. „Wer leicht bauen möchte, der kommt um die modernen Stahlwerkstoffe nicht herum und das bedeutet eben Warmumformung“, meint Löcker. Bis die Warmumformlinie in Iserlohn stand, waren einige Gespräche und Überlegungen notwendig. Dabei spielten sich die Partner Kirchhoff und AP&T gegenseitig die Bälle zu. Das Ergebnis produziert nun bei Kirchhoff warmgeformte Bauteile wie Stoßfänger, Längsträger, Schweller, A- und B-Säulen, Seitenaufprallträger und Querträger. Löcker sieht mit dieser Warmumformlinie alle Trümpfe in der Hand von Kirchhoff.
Mit neuer Presse auf Kaltumformung gesetzt
Auf ein ganz anderes Pferd setzt die Allgaier Werke GmbH im schwäbischen Uhingen, ebenfalls ein bedeutender Automobilzulieferer. Erst kürzlich wurde dort im Werkzeugbau eine nagelneue Tryout-Presse in Betrieb genommen. Vor zahlreich geladenen Gästen – meist aus der Automobilindustrie – konstatierte Helmar Aßfalg, Vorsitzender der Geschäftsführung, nicht in die Warmumformung einzusteigen. „Mit dieser Investition reagieren wir insbesondere auf die Anforderungen der Automobilindustrie, also unserer Kunden, die von ihrem Zulieferer große Karosseriewerkzeuge sowie Werkzeuge für hoch- und höherfeste Stahlwerkstoffe verlangt.“
Strukturteile bleiben Domäne der Kaltumformung
Der Einsatz von neuen Werkstoffen und die damit dringend notwendige Reduzierung der Karosseriegewichte ist unbestritten. Um dies zu erreichen, setzen OEM wie auch Zulieferer verstärkt auf warmgeformte Teile. Doch Aßfalg sieht die Warmumformung nur auf wenige Teile begrenzt. Aufgrund der Tatsache aber, dass die Stahlhersteller derzeit neue kalt umformbare Stahllegierungen entwickeln, mit denen sich ebenfalls Gewicht einsparen lässt und sich zudem die Bauteile wirtschaftlich herstellen lassen, sieht Aßfalg die Zukunft bei Strukturteilen, wie etwa Längsträgern, Rahmenkonstruktionen, Profilen oder Konstruktionsrohren, weiterhin in der Kaltumformung.
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