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Markt für warmumgeformte Bauteile scheint gesättigt
„Dies“, so Aßfalg, „ist weniger eine Philosophie als mehr eine Grundüberzeugung, bei der wirtschaftliche Aspekte natürlich den Hauptausschlag geben.“ Fakt ist, dass für warmumgeformte Bauteile auf dem Markt bereits genügend Fertigungskapazitäten bestehen. Da aber das Auftragsvolumen auf dem Kaltumform-Sektor weitaus größer ist, sieht man bei Allgaier mehr Chancen in diesem Bereich. Deshalb hat sich das Unternehmen mit seinen ganzen Entwicklungen und Investitionen auf die Kaltumformung von höchstfesten Stahlwerkstoffen und Aluminium sowie deren Fügetechniken ausgerichtet.
Das beweißt auch die jüngste Investition in die 30 000-kN-Tryout-Presse, mit der die Strategie der Umformung von ultahochfesten Stählen unterstrichen wird. Wenn man die unterschiedlichen Betrachtungsweisen der Warm- und Kaltumformung vergleicht, wird es interessant, wie sich die beiden Umformverfahren mit den hoch- und höchstfesten Stahlwerkstoffen künftig weiterentwickeln werden.
„Bei warmumgeformten Bauteilen sind derzeit zwar höhere Umformgrade und etwas höhere Festigkeiten erreichbar, doch wenn die neuen kalt formbaren Werkstoffe, die Festigkeiten von über 1100 N/mm² aufweisen sollen und denen ein verbessertes Umformverhalten vorauseilt, verfügbar sind, gleichen sich die Umformergebnisse ziemlich aus“, argumentiert Aßfalg.
Die Maßhaltigkeit innerhalb der vorgegebenen Toleranzen wird dabei keine Fragen aufwerfen und auch die Verarbeitbarkeit insgesamt ist kein Thema. Zwar sieht Aßfalg in der Summe die höheren Anforderungen bei einer Kaltumform-Presse, aber entscheidend ist vor allem, dass die Ziehstufen solcher Pressen über genügend Arbeitsvermögen verfügen.
Neue Stahlentwicklungen machen die Kaltumformung interessant
Möglicherweise ist es der Erfahrung von Aßfalg zuzuschreiben, wenn er, entgegen dem Trend, auf die Kaltumformung setzt. Denn Stahlhersteller wie die Salzgitter AG bieten schon heute höherfeste Stähle wie die Stahlsorten S315MC bis S700MC zum kaltumformen speziell für Automobilteile an.
Während für Markus Löcker bei Kirchhoff, die Zukunft der Warmumformung beginnt, setzen Helmar Aßfalg und die Allgaier Werke GmbH auf die Kaltumformung mit den neuen Werkstoffen. Gespannt darf man deshalb darauf sein, was die künftigen Umform-Diskussionen bringen.
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