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Um Anlagenstörungen zu minimieren und die Lärmbelastung während der Handhabung zu senken, sind die Greifmodule über die Ausgleichseinheit AGE-S und das Kollisions- und Überlastmodul OPR mit dem Roboter verbunden. „Die Ausgleichseinheit bewirkt, dass die Teile nicht mit der brachialen Gewalt des Roboters aus der Box gezogen werden, sondern nur mit der eigenen Gewichtskraft anliegen“, erläutert Jakobi. Als flexibles Ausgleichselement raubt die für mittlere und schwere Lasten ausgelegte AGE-S dem Roboter die Kraft und kompensiert sowohl unterschiedliche Höhenverhältnisse als auch horizontale Wegetoleranzen. So lässt sich verhindern, dass Teile verkanten oder verklemmen. Zudem sinkt der Geräuschpegel. Ein in die Ausgleichseinheit integrierter Positionsspeicher sorgt dafür, dass der Greifer die Teile beim Be- und Entladen der Boxen auch in Schrägstellung zuverlässig hält, ohne dass eine Auslenkung erfolgt. Wird die Einheit anschließend wieder weich geschaltet, fährt sie automatisch zurück in ihre Nullposition.
Kollisions- und Überlastmodul verhindert Schäden
Das Kollisions- und Überlastmodul OPR wiederum gewährleistet in der Anwendung die nötige Nachgiebigkeit des Frontends und verhindert Schäden, wenn doch einmal ein Teil verkantet. Kommt es zu einer Kollision oder Überlast, lenkt das System unmittelbar aus und bewirkt einen sofortigen Nothalt der Anlage. Das Besondere: Entfernt sich der Greifer wieder vom Kollisionsobjekt, kehrt das Modul dank Selbstrückstellung automatisch in den ursprünglichen Betriebszustand (Tool Center Point) zurück, so dass unmittelbar weiter produziert werden kann. Die Ansprechempfindlichkeit des OPR ist über den Betriebsdruck einstellbar, die Überlasterkennung erfolgt in X-, Y- und Z-Richtung, ebenso bei Drehung um diese Achsen.
Um ein derart kompaktes und vielseitiges Greifsystem prozessstabil zu realisieren, ist nach Ansicht von Carsten Jakobi ein enges Zusammenspiel zwischen dem Anlagenbauer und dem Komponentenlieferanten erforderlich. „Wir haben die Erfahrung, wie man so eine Anlage prozesssicher gestaltet, Schunk wiederum hat die Erfahrung, wie eine solche Lösung am besten im Baukasten unterzubringen ist“, betont der Automatisierungsexperte. Dabei ginge es um deutlich mehr, als nur um einen Baukasten für Greifmodule. „Den haben viele“, so Jakobi. Vielmehr seien die vielen Details entscheidend, angefangen von der Übersichtlichkeit der Kataloge, über die Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit der Module bis hin zu Fingerrohlingen und Adapterplatten, mit denen bei Schunk so gut wie alles zu lösen sei. Letztlich entscheidend seien jedoch zwei Punkte: Der intensive Gedanken- und Ideenaustausch sowie die Möglichkeit, auch komplette plug-&-work-fähige Baugruppen zu beziehen. MM
* Dipl.-Ing. (BA) Marcel Nagel ist Abteilungsleiter Produkt- und Portfoliomanagement Greifsysteme bei der Schunk GmbH & Co. KG in 74348 Lauffen/Neckar
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