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Handhabung

Kompaktes Greifsystem für das flexible Blechteilehandling

| Autor/ Redakteur: Marcel Nagel / Rüdiger Kroh

Wenn unterschiedliche Blechteilvarianten auf begrenztem Bauraum automatisiert gehandhabt werden müssen, sind herkömmliche Schwenkspanner oder Sauggreifer schnell überfordert. Aus Standardmodule mit dem entsprechenden Zubehör ließ sich ein kompaktes und anpassungsfähiges Greifsystem konzipieren.

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Bild 1: Die Kraft des Greifers ist so gedrosselt, dass eine zuverlässige Handhabung sichergestellt ist, ohne das Blechteil zu deformieren.
Bild 1: Die Kraft des Greifers ist so gedrosselt, dass eine zuverlässige Handhabung sichergestellt ist, ohne das Blechteil zu deformieren.
( Bild: Schunk )

Mehr denn je bewegt sich die Anlagenautomatisierung der Automobilindustrie in dem Spannungsverhältnis zwischen Flexibilität, Prozessstabilität und Wirtschaftlichkeit. Möglichst viele Teilevarianten sollen mit minimalem Rüstaufwand auf immer kleinerem Bauraum gehandhabt werden. Spätestens wenn Roboter tief in Ladungsträger eintauchen, um Blechteile zu entnehmen oder abzulegen, geht es um jeden Millimeter, zumal sich die Toleranzen der Bauteile, des Ablagesystems und der Fixierung gefährlich aufaddieren können.

Die großen Blechteile können in der Box verhaken

Carsten Jakobi, Konstruktionsleiter Mechanik bei der Indat Robotics GmbH in Ginsheim-Gustavsburg kennt diese Herausforderung. Das Unternehmen liefert maßgeschneiderte, schlüsselfertige Roboteranlagen für die Automatisierung anspruchsvoller Fertigungs-, Montage- und Handlingprozesse, flexible Roboterzellen sowie Portalroboter für spezielle Anforderungen. „Wenn große Blechteile aus Ladungsträgern zu entnehmen sind, besteht häufig die Gefahr, dass sich einzelne Teile in der Box verhaken“, berichtet Jakobi. Sollen dann auch noch unterschiedliche Geometrien auf ein und derselben Anlage gehandhabt werden, braucht es gleichermaßen kompakte wie vielseitige Greifsysteme, die die Bauteile zuverlässig in die korrekte Lage bringen und Maßabweichungen kompensieren.

An einer Anlage zur Beladung von Laserzellen im Volkswagen-Presswerk Wolfsburg wird deutlich, wie der Spagat gelingt: Ein Roboter entnimmt einzelne Blechteile aus einem standardisierten Ladungsträger und führt sie einem Rundtisch zu. Nach der Bearbeitung werden die Fertigteile gewendet und von einem zweiten Roboter in einen zweiten Ladungsträger gestapelt. Insgesamt vier Bauteilvarianten mit unterschiedlichen Geometrien kann die kompakte Anlage zuverlässig handhaben.

Greiferlösung aus modifizierten Standardkomponenten

Dafür nutzt Indat eine Greiferlösung, die in Zusammenarbeit mit Schunk aus modifizierten Standardkomponenten konstruiert wurde. Zentrales Modul ist der vielzahngeführte Universalgreifer PGN-plus 200, der mithilfe des Backenschnellwechselsystems BSWS in Sekundenschnelle auf einen neuen Backensatz und damit auf eine neue Bauteilgeometrie umgerüstet werden kann. Damit erfüllt er zwei wesentliche Voraussetzungen: Er baut sehr kompakt und deckt das komplette Teilespektrum ab. Die Greifkraft des PGN-plus wurde für die Anwendung so gedrosselt, dass die Blechteile zuverlässig gehandhabt und dabei doch nicht deformiert werden.

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