Thyssen Krupp Steel Europe

Leicht gleich teuer? Nicht mit einem Stahl-Hybrid-Werkstoff!

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Diese Umweltauswirkungen müssen im Laufe der Nutzungsphase des Autos kompensiert werden, die Dauer ist unter anderem vom verwendeten Strommix abhängig. Ein weiterer wichtiger Punkt: Leichtbaustähle sind zu 100 % recycelbar. Die Qualität des wiederverwerteten Stahls ist dabei ebenso hoch wie die des Primärstahls. „Auch der Stahl-Hybrid-Werkstoff Litecor wird im Stahlwerk mit sehr guten Resultaten recycelt“, betont Sünkel. Aluminium ist gleichfalls sehr gut wiederverwertbar, CFK hingegen lassen sich bislang nicht qualitätsneutral recyceln. Denn die Carbonfasern sind fest mit dem Kunststoff verbunden und können kaum erneut eingesetzt werden. Zusammengefasst: In Sachen Nachhaltigkeit besitzen Leichtbaulösungen aus Stahl oder Stahl-Hybrid Vorteile gegenüber den anderen Werkstoffen.

Auch Außenhautteile sollen realisiert werden

In einer Analyse hat Thyssen Krupp geprüft, für welche Karosserie-Bauteile Litecor geeignet ist und wie viel Gewicht sich mit diesem Material einsparen lässt. In Frage kommen sowohl großflächige Schalenbauteile wie Motorhauben oder Türen, als auch Strukturbauteile wie Bodenbleche. Das Ergebnis: Die Karosserie weist Potenzial für 14 Bauteile auf. Diese sind in der Summe 19,1 kg leichter als die Vorgängermaterialien – eine Einsparung von rund 20 % – bei gleicher Performance. Wie viel Gewicht konkret eingespart werden kann, hängt dabei ganz vom Bauteil ab. Während die Motorhaube aus Litecor 22 bis 23 % leichter ist als sein Gegenstück aus Stahl, bringt es das Bodenblech auf stolze 40 %.

Auch auf der Straße ist das Hybrid-Material bereits unterwegs: Als Motorhaube im Polo R WRC, des Rallye-Polos von Volkswagen. „Litecor ist damit der erste Stahl-Hybrid-Werkstoff, der in Kleinserie im Auto angewendet wird“, sagt Sünkel. Die Erkenntnisse aus diesem Fahrzeug fließen in die Produktionsoptimierung ein. „Wir rechnen damit, dass Litecor noch 2015 in die Großserie gehen wird“, schätzt der Experte. Dann ist die Pilotanlage so weit, dass sie Innenteile serienmäßig produzieren kann. In etwa drei Jahren, so der Plan sollen Außenhautteile folgen.

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