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awab Umformtechnik

Leichtbauteile durch Drückwalzen präzise herstellen

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Neben dem horizontalen Drückwalzen hat sich die awab in den vergangenen Jahren der Weiterentwicklung des vertikalen Drückwalzens gewidmet. Eigens für diesen Bereich wurde ein neues Bearbeitungszentrum der Firma WF Maschinenbau und Blechformtechnik GmbH & Co. KG aus Sendenhorst in Nordrhein-Westfalen angeschafft, mit dem die Kombination der verschiedenen Drückverfahren möglich ist. Bearbeitet werden können Werkstückdurchmesser von 50 mm bis 900 mm, Bauteile mit einer Länge bis 1800 mm und Blechdicken im Bereich von 0,2 mm bis 15 mm.

Mit der neuen Technik ist eine Erweiterung der Bauteilgeometrie möglich und es können höhere Umformgrade realisiert werden. Durch die CNC-Steuerung der Anlage kann außerdem eine große Bauteilvielfalt umgesetzt werden. Die Verschiebeeinheiten der Maschine ermöglichen flexible Rollenwechsel und dadurch eine Reduzierung der Werkzeugkosten. „Mit dieser neuen Anlagentechnik realisieren wir eine hohe Prozesseffizienz, können Variationen im Wandstärkenverlauf umsetzen und gewährleisten einen sicheren Prozess durch eine Zug-Druck-Kombination“, fasst Rolf Hoffmann die Vorteile seiner neuen, elektrisch angesteuerten Drückmaschine zusammen.

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Das Leistungsportfolio des Unternehmens umfasst nicht nur die einbaufertige Herstellung der Bauteile, sondern auch Beratung zur Gestaltung, die Konstruktion von Werkzeugen sowie den eigenen Werkzeugbau. Die Kunden erhalten Blechformteile und Baugruppen, die durch Schneiden, Stanzen, Lochen, Biegen, Bördeln, Sicken, Tiefziehen, Schweißen und mechanische Bearbeitung hergestellt werden können - alles aus einer Hand. Verwendet werden dabei alle kaltumformbaren Werkstoffe. „Die Kunden schätzten die Flexibilität und Qualität der von uns umgesetzten umformtechnischen komplexen Lösungen“ sagt Hoffmann. Immerhin liegt die Wertschöpfung der im eigenen Haus realisierten Aufträge bei durchschnittlich 75 Prozent.

Unternehmen setzt auf hohe Flexibilität und Mitarbeitermotivation

Doch der Erfolg der awab ist hart erarbeitet und resultiert letztendlich auch aus einem weitsichtigen Management und einer motivierten und qualifizierten Belegschaft. Im Jahre 1990 begann die Geschichte des Unternehmens mit der Übernahme von Personal und Einrichtung des sogenannten Altwerkes des ehemaligen VEB Pumpenfabrik Oschersleben. Dort befanden sich Konstruktion, Werkzeugbau und Stanzerei, die für das 1975 neu errichtete Pumpenwerk Werkzeuge und Pumpenteile aus Blech herstellten. „Ursprünglich angedacht war es, den Bedarf an Blechformteilen für die Pumpenproduktion abzudecken“, blickt Hoffmann zurück. Doch dieses Unternehmenskonzept erwies sich aufgrund der damals stark rückläufigen Pumpenproduktion als nicht tragfähig. Deshalb waren die unternehmerischen Aktivitäten der ersten Jahre darauf gerichtet, Beschäftigung und Überleben der Firma zu sichern. Immerhin ging es darum, für die etwa 20 Mitarbeiter der neu gegründeten Gesellschaft auch entsprechende Aufträge zu akquirieren und den übernommenen Maschinenpark auszulasten. Entwickelt und gefertigt wurde also alles, was den technischen Möglichkeiten entsprach. „Diese Situation konnten wir nur meistern, weil wir auf die Erfahrungen, die Qualifikation, die Fertigkeiten und den Einsatzwillen unserer Belegschaft setzen konnten“, sagt Hoffmann. Und so wurden Fernwärmeübertragungsstationen entwickelt und gefertigt und Blechformteile für viele unterschiedliche Branchen, beispielsweise den Pumpen- und Armaturenbau, die Schornstein- und Feuerlöschtechnik, die Hydraulik, den Gerätebau und die Lebensmittelindustrie. 1997 zog die awab dann in die neu errichtete Betriebsstätte auf dem eigenem Grundstück. „Seither hat sich unser Unternehmen stabil und erfolgreich entwickelt. Der Maschinenpark wurde sukzessive erneuert. Als regionsverbundenes Unternehmen haben wir außerdem immer ausgebildet und die Lehrlinge dann in der Regel übernommen. Und so hat sich unsere Mitarbeiterzahl im Laufe der Jahre im Vergleich zu den Anfangsjahren verdoppelt“, fasst Hoffmann die Entwicklung seiner Firma zusammen. Gesellschafter und Geschäftsführer ist neben ihm heute seine Tochter Kathrin Wilke. Sie ist seit 1998 im Unternehmen, seit 2000 ebenfalls geschäftsführende Gesellschafterin und hier verantwortlich für alle Prozessabläufe im Unternehmen. Vater und Tochter sind ein gutes Team. Und da ein Enkel heute BWL studiert, scheint die Unternehmensnachfolge in jedem Fall gesichert.

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