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awab Umformtechnik

Leichtbauteile durch Drückwalzen präzise herstellen

| Autor/ Redakteur: Annedore Munde / Annedore Bose-Munde

Die Herstellung von Präzisionsleichtbauteilen mit geschlossenem Querschnitt und Nebenformelementen erfordert Know-how. Durch Drückwalzen können schwer verformbare Materialien umgeformt und komplizierte geometrische Anforderung umgesetzt werden. Ein Unternehmen aus Sachsen-Anhalt hat sich in diesem Bereich viel Kompetenz und einen stabilen Kundenkreis erarbeitet.

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Verschiedene Drückwalzteile
Verschiedene Drückwalzteile
( Bild: awab )

Leichtbau ist für viele Blechbearbeiter ein Hauptthema. Die Eckdaten, die gleichzeitig die Verfahrensgrenzen bestimmen, heißen dabei: neue Materialien sowie Geometrie, Gewicht und Lebensdauer der Bauteile. Mit dem Verfahren Drückwalzen wird eine Umformtechnik zum Strecken und Profilieren von Präzisionsteilen aus unterschiedlichsten Blechmaterialien mit variablen oder konstanten Wanddickenverlauf ermöglicht. Aufgrund des geringen Werkzeugaufwandes gegenüber dem konventionellen Umformen ist das Verfahren dabei auch für kleine und mittlere Losgrößen wirtschaftlich anwendbar. Das alles klingt erst mal simpel, ist aber in der praktischen Umsetzung durchaus eine Herausforderung.

Know-how liegt in Werkzeuggestaltung und Relativbewegung der Rollen

Die Anwendung und die Weiterentwicklung des Drückwalzverfahrens stehen seit einigen Jahren im Mittelpunkt der betrieblichen Fertigung der awab Umformtechnik und Präzisionsmechanik GmbH aus Oschersleben. Auch die Forschung und Entwicklung des Unternehmens konzentriert sich auf dieses Thema, wobei man hier auf die langjährige Zusammenarbeit mit der Otto von Guericke Universität Magdeburg setzt. Im März 2013 konnte das Unternehmen das neu errichtete Fertigungszentrum für Drückwalzen am Firmenstandort im Oschersleber Gewerbegebiet in Betrieb nehmen, mit dem jetzt für das Drückwalzen auch ausreichend Kapazitäten zur Verfügung stehen. Für das Unternehmen ist dies aber auch eine gute Basis, das Alleinstellungsmerkmal als Anbieter rationeller umformtechnischer Komplexlösungen für kleine und mittlere Losgrößen zu festigen.

„Das Know-how beim Drückwalzen liegt in der Werkzeuggestaltung. Dabei ist die präzise Umsetzung der Relativbewegung der Rollen zum Drückdorn ein wichtiger Punkt“, beschreibt Dipl. oec., Ing. Rolf Hoffmann, geschäftsführender Gesellschafter der awab, die Herausforderung. Er kennt sich aus in diesem Bereich. „Mit diesem Umformverfahren können Bauteile spanlos gefertigt werden, die in vielen Maschinensystemen Anwendung finden und den Anforderungen des modernen Leichtbaus entsprechen“, sagt er. Neu sei der wirtschaftliche Einsatz des Verfahrens für Bauteile aus Sonderwerkstoffen. Die awab hat sich als Nischenproduzent für die wirtschaftliche Fertigung von komplizierten Blechformteilen in diesem Segment erfolgreich am Markt platziert.

Eine verlässliche Plattform für die Präsentation des Leistungsspektrums und natürlich auch zur Kundenansprache ist für das Unternehmen dabei seit immerhin 19 Jahren die Hannover-Messe. „Wir haben Bauteillösungen präsentiert, die die Vorteile des Drückwalzens demonstrieren. Gezeigt wurde unter anderem eine Reinigungswanne aus Edelstahl, die auf dem neuen Drückwalzzentrum in einem Arbeitsgang gefertigt werden konnte“, blickt Geschäftsführer Hoffmann zurück. Das Interesse war beachtlich. Nicht ohne Grund. „Die Fertigungszeit und der erforderliche Werkzeugaufwand für die Herstellung eines solchen Bauteils wurden im Vergleich zu konventioneller Umformtechnik mehr als halbiert“, erklärt er.

Erweiterung der Bauteilgeometrie und höhere Umformgrade möglich

Durch das Drückwalzen können Bauteile ohne Vorformen direkt aus Blechronden hergestellt werden. Selbst bei hohen Umformgraden werden durch das Verfahren eine gute Oberflächenqualität und ein homogener Spannungszustand erreicht. Und so eignet sich das Verfahren für die umformtechnische Herstellung von vielfältig gestalteten Flanschen und Böden mit hohen Genauigkeitsanforderungen, von kegeligen Bauteilen und anderen vielfältigen Mantelformen sowie die gezielte variable Umformung von Rohrenden und -querschnitten.

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