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Ähnlich äußerte sich bereits im vergangenen Jahr Dr. Yoshiharu Inaba, Präsident & CEO des japanischen Roboter-Herstellers Fanuc Ltd.: In der allgemeinen Industrie sieht der Fanuc-Chef schon seit längerem das größere Wachstumspotenzial als in der Automobilindustrie. „Wir werden deshalb unsere Aktivitäten in der allgemeinen Industrie Stück für Stück ausbauen und neue Märkte entwickeln“, so Inaba.
Dabei setzt er auf zwei Strategien: Zum einen will man die aus dem NC-Geschäft bestehenden Beziehungen zur Werkzeugmaschinenbranche nutzen. „Wir glauben, dass das Be- und Entladen von Werkzeugmaschinen eines der größten Anwendungsgebiete für Roboter wird.“ Den weltweiten Bedarf an Robotern für diese Aufgabe beziffert Inaba auf 6000 Einheiten pro Monat. „Hier gibt es also viel Raum zum Wachsen.“
Die zweite Strategie zielt auf die Differenzierung der Roboter durch den Einsatz von Bildverarbeitungs- und Kraftsensoren. „Intelligente Roboter werden die Schlüsseltechnik sein, um den Markt der allgemeinen Industrie zu erobern“, ist sich der Fanuc-Chef sicher.
Robotik-Lösungen auch für Handwerksbetriebe
Ein weiteres Anwendungsgebiet zeigt Thilo Brodtmann vom VDMA auf: So wolle man zukünftig auch verstärkt mittelständische Unternehmen als Abnehmer für Robotik- und Automatisierungslösungen gewinnen. „Denkbar wäre beispielsweise ein Einsatz von Robotern in größeren Handwerksbetrieben“, sagt Brodtmann. Für diese sind viele Roboter-Systeme gegenwärtig noch zu groß und zu teuer. Das europäische Forschungsprojekt SME Robot entwickelt deshalb leicht programmier- und installierbare Roboter, die außerdem ihren Arbeitsplatz mit Menschen teilen sollen. Martin Hägele vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart ist überzeugt: „Künftige Roboter in kleinen und mittelständischen Fertigungen werden teilweise anders aussehen und werden anders programmiert als heutige Roboter.“ ?
Trotz aller Herausforderungen – was die vergangene Entwicklung anbelangt, kann die Branche jedenfalls recht zufrieden sein. Nach Angaben des VDMA haben die Auftragseingänge für Robotik und Automation seit 2006 in erheblichem Maße zugenommen. Allein im Jahr 2007 konnte der Umsatz in Deutschland um 13% auf 8,2 Mrd. Euro wachsen. Damit hat sich der Branchenumsatz in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt.
Weiter Wachstumschancen für Roboterhersteller
Ein weiterer wichtiger Bereich ist der Export. So trifft laut Thilo Brodtmann die Finanzkrise naturgemäß alle Branchen mit einem hohen Exportanteil. Im Fall der Hersteller von industriellen Bildverarbeitungslösungen, von Montage- und Handhabungstechnik sowie von Robotik betrage dieser durchschnittlich mehr als 50%. Den gut auf den Märkten positionierten Herstellern von Robotik und Automation blieben jedoch weiterhin Wachstumschancen in bestimmten Zielländern des Exports.
„Die USA könnten für uns weiterhin ein wichtiger Exportmarkt bleiben, weil der dringende Modernisierungsbedarf in den dortigen Produktionsbetrieben, gerade auch denjenigen der US-Automobilindustrie, nach moderner Automatisierungstechnik verlangt“, prognostiziert Brodtmann.
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