Roboter Märkte in Bewegung

Autor / Redakteur: Anette Weingärtner / Ulrike Gloger

Die Roboterindustrie gehört zu den Branchen, die den weltweiten Einbruch des Automobilmarktes besonders zu spüren bekommen. Die Hersteller setzen allerdings auf ihr innovatives Potenzial, mit dem auch andere Märkte erobern werden können. Der VDMA-Fachverband Robotik + Automation rechnet deshalb für 2009 nicht mit allzu gravierenden Umsatzeinbrüchen.

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Roboter sind aus der Automobilfertigung nicht mehr wegzudenken. Bild: Skoda
Roboter sind aus der Automobilfertigung nicht mehr wegzudenken. Bild: Skoda
( Archiv: Vogel Business Media )

Die weltweite Finanzkrise zieht ihre Kreise. Waren es außer den Banken zunächst die großen Automobilhersteller, die den Einbruch spürten, so folgten die Zulieferbetriebe und zwischenzeitlich sind auch die Automatisierer, zum Beispiel die Roboterhersteller, in Mitleidenschaft gezogen. Als in diesen Tagen der Augsburger Kuka-Konzern die vorläufigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2008 bekanntgab, musste das Unternehmen Rückgänge bei den Umsatzerlösen sowie bei den Bestellungen verkünden.

Allein aus der Automobilindustrie hat der Geschäftsbereich Robotics im vierten Quartal 2008, als die Krise voll durchbrach, Auftragsrückgänge um über 14% auf 169,5 Mio. Euro zu verkraften. Bei Kuka ist man davon überzeugt, dass die „Auswirkungen der Krise das Geschäftsjahr 2009 nachhaltig beeinflussen werden“.

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Nichtsdestotrotz geht der Konzern von weiter guten Impulsen für neue Geschäfte im schwierigen Jahr 2009 aus, insbesondere bei Kunden aus der General Industry: zum Beispiel der Luftfahrt- und Solarindustrie. Und auch die Automobilindustrie dürfte von der ansteigenden Nachfrage nach kleineren und verbrauchseffizienten Modellen profitieren, geben sich die Augsburger Roboterhersteller vorsichtig optimistisch.

Die Roboter-Hersteller halten sich zurzeit noch bedeckt

Andere führende Hersteller von Industrie-Robotern, wie ABB, Fanuc oder Reis halten sich zum jetzigen Zeitpunkt noch gänzlich mit Prognosen zum aktuellen Geschäftsjahr zurück. Auch der Branchenverband Robotik + Automation im VDMA gibt gegenwärtig noch keine exakten Zahlen zu den Auswirkungen der Automobilkrise auf die Roboter-Industrie bekannt.

Doch steht für Thilo Brodtmann, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Robotik + Automation, eines bereits jetzt fest: „Wir werden angesichts der Auswirkungen der Finanzkrise den Rekordumsatz von 2008 in Höhe von 9,15 Mrd. Euro in diesem Jahr voraussichtlich nicht ganz erreichen“. Dennoch rechne man damit, dass die zu erwartenden Umsatzeinbrüche nicht so gravierend sein werden, weil die Höhe der in der Automobilindustrie produzierten Stückzahlen für die Roboter-Industrie nicht so sehr relevant sei.

Zu erwartende neue Produkte und optimierte Prozesse bei den Automobilherstellern könnten die Branche in diesem Jahr gegebenenfalls noch ankurbeln, da es gelte, dementsprechende Produktionsmittel zu entwickeln. Als Beispiele für Bereiche, in denen innovative Produktionskonzepte zukünftig denkbar wären, nennt Brodtmann die „kooperierende Robotik“ und die „Mensch-Maschine-Interaktion“. „Außerdem planen wir, im Bereich General Industry weiter zu wachsen“, ergänzt Brodtmann. So sehe man beispielsweise in der Kunststoff- und Metallindustrie sowie in der Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie gute Absatzmärkte.

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