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Beides lässt mit dem Verschlusssystem von Fladder reduzieren, ist der Konstruktionsleiter überzeugt: Ohne Verwendung von Handwerkzeugen werde die Spindel arretiert, das Schleifwerkzeug gedreht und abgezogen. Ebenso komme man bei der Werkzeugmontage ohne Hilfsmittel aus. Dadurch lässt sich laut Hundebøl die Rationalisierung bei der Kantenbearbeitung weiter vorantreiben, die vielerorts immer noch manuell verrichtet wird.
Maschinelle Kantenbearbeitung spart durchschnittlich 2 min pro Werkstück
So ermöglicht die maschinelle Kantenbearbeitung mit rotierenden Schleifwalzen eine durchschnittliche Zeiteinsparung von 2 min pro Werkstück bei einer Stückzahl von 6000 je Monat. Dieses Ergebnis wird in der Abteilung Blechbearbeitung (Launch Cell) des Zulieferers GKN Aerospace in München erzielt.
Dort entgratet die Maschine Fladder 300/Gyro Aluminium- und Edelstahlteile. Sie ist dazu mit sechs Spindeln für die Werkzeugaufnahme ausgestattet. Die Arbeitsbreite beträgt 1300 mm.
Entgratmaschine hat Produktivität deutlich erhöht
Vor knapp zwei Jahren ging die Entgratmaschine in Betrieb. Seitdem hat sie ungefähr 3600 Arbeitsstunden eingespart, die zuvor für das manuelle Entgraten notwendig waren. Bei Sonderteilen für den Flugzeugbauer Boeing ging die Bearbeitungsdauer sogar von 15 auf 2 min zurück. Die lange Dauer war zuvor notwendig, weil zusätzlich zum manuellen Entgraten auch die Stege von Hand entfernt werden mussten.
Heute ist die Entgratmaschine eine zentrale Bearbeitungseinheit in der Abteilung. Damit werden alle Blechteile bearbeitet. Die Werkstücke werden dazu von einem Vakuumsystem auf dem Transportband fixiert und sicher durch die Maschine transportiert.
Entgratmaschine auch zur Kantenbearbeitung bei Werkstücken unterschiedlicher Dicke
Die sechs entgegengesetzt drehenden Spindeln erzeugen rotierende und oszillierende Werkzeugbewegungen, um die Werkstückoberflächen zu bearbeiten. Sind die Werkzeuge richtig eingestellt und werden sie einmal am Tag kontrolliert, können auch Werkstücke unterschiedlicher Dicke gleichzeitig durch die Maschine „laufen“.
Das Ergebnis sei „ein schönes, einheitliches Finish ohne Beschädigung der Schutzschicht“. Ausschlaggebend dafür sind laut Hundebøl die entgegengesetzten Spindelrotationen: „Bei der Maschine Fladder 300/Gyro werden die Werkstücke aus mehreren Winkeln bearbeitet“, erläutert der Konstruktionsleiter, „und zwar einheitlich über die ganze Arbeitsbreite der Maschine.“ Die Belastung aller involvierten Schleifmaterialien sei immer gleich.
Mehr Konstanz und Reproduzierbarkeit in der Kantenbearbeitung als bei Schleifroboter
Die gleichmäßige Werkzeugbelastung sichere ein einheitliches, reproduzierbares Bearbeitungsergebnis – im Gegensatz zu einem Schleifroboter, der nur von einem idealen Arbeitswinkel ausgehend programmiert werde. Von diesem Unterschied musste auch GKN Aerospace überzeugt werden.
So hat man erst die Entgratmaschine von Fladder gemietet, um herauszufinden, ob sie die Versprechungen hinsichtlich Rationalisierung halten würde – bei den hohen Qualitätsanforderungen in der Flugzeugindustrie. Inzwischen ist der Zulieferer vom Maschinenkonzept so überzeugt, dass er zum Entgraten von Werkstücken aus Titan in eine weitere Maschine des dänischen Herstellers investierte: in die Entgratmaschine Fladder AUT mit 1000 mm Arbeitsbreite. Sie hat die gleichen Basiskontrollfunktionen wie die erste Fladder-Maschine.
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