Rohr- und Profilbearbeitung

Mechatronik bietet Systemlieferanten neue Chancen

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Neben dem Material und dem Herstellungsverfahren war die Gewährleistung der Wirtschaftlichkeit eine weitere Herausforderung. Das Innenhochdruckumformen wurde bisher für große Stückzahlen eingesetzt. Die geplante Auflage für die Gehäuse lag jedoch bei nur 2500 Stück pro Jahr. Doch wer den Prozess grundsätzlich hinterfragt, kann dies auch mit der notwendigen Anlagentechnik tun. Also entstand bei DTMT eine Anlage, die speziell auf die Anforderungen der Klein- und Mittelserie zugeschnitten ist. Vergleichsweise geringe Stückzahlen von 2500 bis 10 000 pro Jahr können mittels Hydroforming damit erstmals kostengünstig hergestellt werden. Philips jedenfalls war mit dem Ergebnis zufrieden.

Hydroforming bewährt sich in der Unterwasserwelt

Externe Aufgabenstellung gelöst, interne Aufgabenstellung entstanden: die Auslastung der neuen Anlagentechnik. Vom Geschäftsführer Dr. Karlheinz Sossenheimer kam der Aufruf: „Macht euch doch mal Gedanken, wie wir die Anlage zukünftig auslasten können.“ Ein Ideenwettbewerb war entstanden. Und das Produkt, was daraus entstand, hat 2005 nicht nur den renommierten Red Dot Design Award gewonnen, sondern begeistert heute Taucher auf der ganzen Welt: ein Gehäuse für eine Unterwasser-Tauchkamera. Die Idee dafür kam von Christian Hosse. Als Projektleiter für das Philips-Projekt kennt er die Möglichkeiten der Hydroforming-Anlage bestens. Als Taucher ist er mit den Bildern der Unterwasserwelt vertraut. Aber auch mit den Anforderungen an die entsprechende Kameratechnik und den damit zusammenhängenden Verbesserungsmöglichkeiten.

„Ich habe schon seit frühester Kindheit fotografiert und auch eigene Gehäuse gebaut. Die käuflichen waren meist aus Alu oder Kunststoff und quadratisch, praktisch, gut.“ Silverfish, so der Name des Universal-Unterwassergehäuses, wird mittels Hydroformen und Laserschweißen hergestellt. Es ist für handelsübliche Camcordertypen geeignet und bis zu einer Tiefe von 180 m auch für Profi-Taucher einsetzbar. 2004 wurde es erstmals auf der Boot in Düsseldorf vorgestellt und hat seitdem einen festen Platz in der Unterwasserwelt.

Leistungsdichte bestimmt den Umfang des Anlagenkonzeptes

„Wir sind die Weltmeister im Weglassen“, sagt Richard Zinken scherzhaft. Was er damit meint, ist der wertanalytische Ansatz, den man bei der Mechatronics grundsätzlich verfolgt: Es wird nichts konzipiert, was nicht notwendig ist – ausschließlich die Leistungsdichte zählt. Bezogen auf die Hydroforming-Anlage kann Christian Hosse das bestätigen. „Kunden, die zum ersten Mal hier sind, glauben uns immer nicht, was dieser kleine Kasten kann. Da ist alles drin. Groß muss also nicht immer toll sein.“

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