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Abluft gehört bei der Teilereinigung zu den größten Energiefressern
Daneben ist die Abluft bei Teilereinigungsanlagen der wichtigste Energiefresser, so Decker weiter. Die zu reinigenden Teile übernehmen aus der Beaufschlagung mit den Reinigungs- und Spülmedien Wärmeenergie, die die Metallteile dann in den Trocknungsprozess übernehmen.
Auch hier kommt es auf eine sorgfältige Abwägung der Parameter an. Besitzt ein Teil eine einfache Geometrie, dann ist in der Regel weniger Wärmeenergie nötig, um die Flüssigkeit von der Oberfläche zu entfernen, weil zum Beispiel Kapillareffekte nicht so häufig auftreten und Wasser gut ablaufen kann. Bei komplexeren Geometrien oder dünnwandigen Teilen, denen es schwerer fällt, die Wärmeenergie zu speichern, wird in der Regel mehr Energie benötigt, um das Bauteil zu trocknen. An dieser Stelle sieht Decker einiges an Optimierungspotenzial für pfiffige Verfahrenstechniker mit einem praktischen Auge für Thermodynamik.
Forschungsprojekt über reinheitsgerechten Materialfluss
Ronny Zwinkau und Matthias Krebs beschäftigen sich an der TU Dortmund am Institut für Produktionstechnik mit dem Thema. Dabei starteten sie gerade mit einem Forschungsprojekt namens reinheitsgerechte Materialflusssysteme. Die beiden Ingenieure formulieren in dem Forschungsprojekt: „Zur Zeit wird die Bauteilsauberkeit häufig erst spät und zudem unsystematisch bei der Planung der Wertströme berücksichtigt. Um den aktuellen und künftigen Anforderungen gerecht zu werden und eine effiziente und reinheitsgerechte Planung zu ermöglichen, ist der Fokus von der reinen Betrachtung des Reinigungsprozesses auf den gesamten Wertstrom zu erweitern.“
Dazu sagt Krebs, der zu dem Thema seine Doktorarbeit anfertigt: „Für uns ist die Reinigungsanlage mehr oder weniger eine Black Box. Diese ist vielfach zentral organisiert. In die gesamtenergetische Betrachtung sollten daher auch Materialflussprozesse, wie Transportieren oder Umschlagen, eingeschlossen werden.“ Dabei ist der Fokus von der Reinigungsanlage gelöst, denn auch jeder unnötige Materialflussprozess benötigt Energie und Medien. Diese könnten eingespart werden, indem der gesamte Wertstrom betrachtet wird, meint Krebs. Ziel ist es, innerhalb des Wertstromes Reinigungsschritte einzusparen dadurch, dass Bauteile nicht durch Materialflussoperationen rückverschmutzt werden, so Krebs abschließend.
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