Schleifen

Metallgebundene Schleifscheiben direkt in der Maschine abrichten

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Mitunter werden zum Abrichten metallgebundener Schleifscheiben externe Abrichtmaschinen eingesetzt. Die Schleifscheiben müssen also aus der Schleifmaschine demontiert, zur Abrichtmaschine transportiert und nach dem Rücktransport wieder auf der Schleifmaschine montiert und eingerichtet werden. So My-Genauigkeit zu erreichen, ist schwer möglich. Zudem sind aufgrund des Handling- und Logistikaufwands mit seinen Zeit- und Kostennachteilen maschinenintegrierte Abrichtsysteme sehr vorteilhaft.

Integriertes Abrichten durch Drahterosion

Mit Wire Dress bringt die Fritz Studer AG ein neuartiges, nach dem Prinzip der Drahterosion arbeitendes Abrichtgerät auf den Markt, das in die Schleifmaschine und deren Steuerung vollständig integriert ist. Die Schleifscheibe muss also zum Abrichten nie demontiert werden. Durch den hohen Kornfreistand ist die Scheibe sehr schnittig. Dadurch gelangt viel mehr Schleiföl in den Schleifspalt, wodurch ein hoher Vorschub bei geringerer Werkstückabdrängung möglich ist. Die Abrichtintervalle können länger sein. Da jedoch der Abrichtprozess so wenig Aufwand verursacht, kann bei besonders komplexen Konturen auch in kürzeren Abständen abgerichtet werden. Weil der Anwender die Vorteile metallgebundener Schleifscheiben nun beim Schruppen und Schlichten voll ausnutzen kann, amortisiert sich das Wire-Dress-Abrichtsystem in weniger als einem Jahr.

Abrichtgerät ist vom Prinzip eine kleine Drahterodiermaschine

Das Abrichtgerät ist vom Prinzip her eine kleine Drahterodiermaschine. Die Elektrode ist ein Draht, der mit einer konstanten Geschwindigkeit von 100 mm/s mit einem kleinen Spalt tangential an der Bearbeitungsstelle vorbeigezogen wird. Der Gegenpol ist die Schleifscheibe, die sich während des Abrichtens mit Umfangsgeschwindigkeiten von 50 bis 140 m/s bewegt. Es ist kein eigenes Dielektrikum erforderlich, denn das beim Schleifen eingesetzte Schleiföl erfüllt diese Funktion. Der Abrichtdraht wird in einer Rille am Umfang einer dünnen kreisförmigen Keramikscheibe geführt. An der Stelle, wo die Funken zwischen dem Draht und der Schleifscheibe überspringen, hat die Keramikscheibe eine Aussparung.

Beim Abrichtvorgang an einer typischen Metallbindung können Vorschübe von 15 bis 25 mm/min erreicht werden. Auf diese Weise werden auf der Schleifscheibe weitgehend freie Geometrien und fein gegliederte Konturen mit Innenradien von 0,2 mm und Außenradien von 0,05 mm erzeugt. Dabei werden Abtragsraten bis 80 mm3/min erreicht. Das Korn behält bei diesem berührungslosen Abrichtverfahren seine ursprüngliche Form.

Kein Verschleiß am Abrichtwerkzeug

Weil der Draht während des Abrichtprozesses kontinuierlich weiterbewegt wird, befindet sich immer eine Elektrode mit genauer Geometrie an der Abrichtposition. Auf der Drahtrolle in der Abrichteinheit befinden sich 10 km Draht; mit diesem Vorrat könnte etwa 16 Stunden lang ohne Pause abgerichtet werden.

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