Suchen

Schleifen Metallgebundene Schleifscheiben direkt in der Maschine abrichten

Autor / Redakteur: Michael Klotz / Rüdiger Kroh

Eine elektroerosive und in die Schleifmaschine integrierte Abrichttechnik für metallgebundene Schleifscheiben reduziert deutlich die Nebenzeiten. Dabei können auch Schleifscheiben mit fein gegliederten Konturen abgerichtet werden. Im Vergleich zu Keramik- und Kunstharzbindungen verringert sich der Verschleiß um 70 %.

Firmen zum Thema

Bild 1: Ein komplexes Profil, mit Wire Dress abgerichtet, am Beispiel einer MD25-Schleifscheibe mit 400 mm Durchmesser.
Bild 1: Ein komplexes Profil, mit Wire Dress abgerichtet, am Beispiel einer MD25-Schleifscheibe mit 400 mm Durchmesser.
(Bild: Studer)

Metallgebundene Schleifscheiben punkten besonders beim Bearbeiten schwer zerspanbarer Werkstoffe wie hochlegierter, gehärteter Stähle, Hartmetalle oder Keramiken. Derartige Scheiben sind besonders form- und temperaturbeständig und leiten die beim Schleifen entstehende Wärme schneller ab. Die Schleifscheiben bestehen aus einer gesinterten metallischen Matrix mit eingebetteten Diamant- oder CBN-Körnern (CBN: kubisch-kristallines Bornitrid). Sie erzielen besonders hohe Zerspanungsleistungen, weil die Metallbindung die Schleifkörner sehr gut festhält. Den Vorteilen der Metallbindung stehen jedoch auch Nachteile gegenüber, denn das Abrichten dieser Scheiben ist mit einem höheren Aufwand verbunden.

Das Abrichten mit Siliziumcarbid-Scheiben erzielt oft keine zufriedenstellenden Ergebnisse und feingliedrige Profile sind nicht möglich. Zudem lassen sich die Schleifkörner mechanisch nur schwer aus der metallischen Matrix herauslösen und werden dabei mitunter beschädigt. Außerdem arbeitet es nicht jene hohen Kornüberstände heraus, wie sie zum Erreichen der vollen Leistungsfähigkeit derartiger Schleifscheiben optimal wären. Die sehr harten Schleifkörner metallgebundener Scheiben führen auch zu einer starken Abnutzung der Abrichtscheiben, was gewisse Einschränkungen bei der geometrischen Präzision mit sich bringt.

Bildergalerie

Abrichten ist in Maschine und Steuerung voll integriert

Alternativen sieht die Fachwelt zum Beispiel in elektrochemischen (ECM) und elektroerosiven (EDM) Abrichtverfahren. Beide arbeiten hohe Kornüberstände heraus und funktionieren berührungslos. Elektroerosive Abrichtverfahren benötigen jedoch keine chemisch aktive Flüssigkeit zum Abtragen der metallischen Bindung.

Elektroerosive Abrichtverfahren nutzen das Grundprinzip von EDM-Funkenerodiermaschinen, die schon seit vielen Jahren für Präzisionsbearbeitungen eingesetzt werden. Ebenso wie bei diesen erfolgt der Materialabtrag berührungslos durch sehr kurze, schnell aufeinander folgende Gleichstrompulse, die im Spalt zwischen Elektrode und Werkstück im Dielektrikum eine Entladung erzeugen. Während der Entladung werden winzige Bereiche der Metallbindung der Schleifscheibe geschmolzen und als kleine Partikel vom Dielektrikum aus dem Spalt gespült.

(ID:42970827)