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Bauen Sie die Werkzeuge nur für den Eigenbedarf?
Aßfalg: Wir bauen Werkzeuge sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Fremdbedarf.
Auch für die OEMs?
Aßfalg: Ja, wir fertigen in großem Umfang für die OEMs. Wir haben letztes Jahr von diversen Premiumherstellern umfangreiche Aufträge erhalten. Wir fertigen auch Werkzeuge für Unternehmen außerhalb Europas, wir haben beispielsweise jetzt auch Aufträge für China.
Das heißt, Sie bauen die Werkzeuge und fahren die auch ein auf Ihren Tryoutpressen?
Aßfalg: Ja. Wir haben einen bestens ausgestatteten Tryoutbereich. Wir verstärken diesen Bereich jetzt mit der Anschaffung einer der europaweit größten Tryoutpressen, so dass wir größte Werkzeuge herstellen und einarbeiten können – auch auf dem Sektor hochfester Werkstoffe.
Vorserien fahren Sie auch dann hier?
Aßfalg: Wenn es notwendig ist, fahren wir auch Vorserien, das ist gar keine Frage.
Allgaier ist ja in allen Sparten des Automobilbereichs vom Werkzeugbau über das Presswerk bis zu den Komponenten und kompletten Systemen aktiv – welcher Bereich ist für Sie besonders wichtig oder wo sehen Sie die besondere Zukunft?
Aßfalg: Alle Bereiche sind gleich wichtig. Ich glaube, das Besondere bei Allgaier ist der Mix aus allen Sparten. Dieses ist für mich nicht unbedingt ein Alleinstellungsmerkmal, aber doch ein Wettbewerbsvorteil.
Die Zahl der Wettbewerber, die alle diese Leistungen anbieten können, nimmt inzwischen eher ab. Viele Zulieferer können zwar Teile und Komponenten fertigen, benötigen dann aber einen Partner für die Werkzeuganfertigung.
Wir decken mit unserem Angebot den Wunsch unserer Kunden „alles aus einer Hand“ ideal ab und können uns auch sehr flexibel den Marktgegebenheiten anpassen. Ich denke diese Flexibilität, die wir mit diesem Geschäftsmodell vorzuweisen haben, ist zur Zeit ein Vorteil.
Und wenn man von kompletten Systemen spricht, was muss man darunter verstehen? Sind das Baugruppen?
Aßfalg: Das anspruchsvollste System, mit dem wir uns beschäftigen, ist zum Beispiel ein kompletter Kraftstoffbehälter inklusive aller Einbauten, aber auch Schiebedachrahmen, Heckklappen, Kotflügel und so weiter sind anspruchsvolle und komplexe Teile.
Steckt da auch viel Eigenentwicklung drin oder werden die Daten von OEMs vorgegeben?
Aßfalg: Wir sind auf umfassende SE-Arbeiten eingerichtet. Der OEM macht Vorgaben und wir entwickeln dann gemeinsam mit ihm die Lösung.
Also im Prinzip hat der OEM keine festen Ideen, wenn er zu Ihnen kommt?
Aßfalg: Er hat natürlich klare Vorstellungen von seinem Bauteil. Zunächst müssen jedoch Machbarkeit und Fertigungsprozess auf den Prüfstand: Wie lässt sich der Kundenwunsch effizient umsetzen? Gibt es vielleicht eine alternative und damit einfachere Lösung? Die OEMs kommen zu Allgaier vielfach auch mit dem Ansatz: Gibt es Möglichkeiten, dieses oder jenes Teil kostengünstiger zu fertigen? Wir unterstützen unsere Kunden natürlich gerne in dem Bestreben, Fahrzeuge kostengünstiger bauen zu können.
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