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Also Sie optimieren im Auftrag des Kunden irgendein Bauteil oder einen Tank?
Aßfalg: Wir bewerkstelligen dieses gemeinsam mit dem Kunden. Auf unserer Seite gibt es einen Projektleiter mit seinem Team und kundenseitig gibt es ebenfalls ein technisches Team und dann finden beide Seiten zusammen einen Weg zu einer guten Lösung.
Können Sie einen bestimmten Trend herausstellen, wo Sie sagen, das wird in Zukunft stärker gefordert werden von unseren Kunden?
Aßfalg: Der Trend ist für mich ganz eindeutig, die Karosserie muss leichter werden. Das heißt, wir verarbeiten verstärkt Aluminium und hoch- und höherfeste Stähle sowie Tailored-Blanks.
Jetzt verarbeiten Sie aber nicht nur Stähle, sondern auch Aluminium. Was können Sie da alles machen?
Aßfalg: Im Aluminiumbereich liefern wir alles, was wir beim Stahl auch können, angefangen von Methodenplanung und SE-Arbeiten bis hin zu komplett umgeformten und gefügten Teilen.
Ist das eine besondere Stellung, die Allgaier da einnimmt?
Aßfalg: Ich würde sagen, Allgaier war mit einer der Pioniere in der Aluminiumverarbeitung und hat über diese sehr lange Aluminiumerfahrung einen Wettbewerbsvorteil.
Noch mal zu den Stahlwerkstoffen. Warmumformung – ist das auch ein Thema für Sie?
Aßfalg: Wir haben uns damit beschäftigt. Es wird sicherlich ein Umformverfahren für die Zukunft bleiben für bestimmte Bauteile. Wo wir noch ein Problem sehen, sind die Zykluszeiten bei der Warmumformung, die sind noch nicht sehr überzeugend.
Ich persönlich sehe Warmumformung als ein Verfahren wie beispielsweise die IHU. Es wird bestimmte Teilefamilien geben, die werden warmumgeformt bleiben, aber ich kann mir das Verfahren noch nicht richtig vorstellen in der Produktion für hochvolumige Teile.
Sie haben da ein Prospekt vor sich liegen. Darin wird fast ein gesamtes Presswerk eines OEMs angeboten – ist das eine Chance für Sie?
Aßfalg: Natürlich ist das prinzipiell eine Chance, wenn die OEMs Fertigungen aus den eigenen Werken nach außen verlagern. Sollten die OEMs in größerem Ausmaß Presswerkkapazität abbauen, würden sich für uns Zulieferer Möglichkeiten bieten, zusätzliche Aufträge zu erhalten.
Können Sie zum Schluss eine Einschätzung geben, wie sich die Kunden-Lieferanten-Beziehung in Zukunft gestalten wird?
Aßfalg: Es wird mit Sicherheit Veränderungen geben, aber wenn Sie mich fragen, wie das am Ende dieser Wirtschaftskrise genau aussehen wird, kann ich Ihnen dieses nicht vorhersagen. Es ist davon auszugehen, dass sich die Lieferantenstruktur bereinigen wird und Firmen in die Insolvenz gehen.
Wie es dann mit den betroffenen Unternehmen weitergeht, ist schwer vorauszusagen. Wie sich diese Firmen weiterentwickeln wird die Zeit zeigen.
Kann man sich vorstellen, dass Allgaier irgendwo anders einsteigt?
Aßfalg: Das kann ich mir vorstellen, dass Allgaier irgendwo einsteigt, ja!
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