Umformen

Mit ausgeklügelten Richtverfahren die Spannung herausnehmen

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Entscheidend ist, soviel Spannung wie möglich aus dem Blech zu nehmen

„Das Entscheidende ist“, sagt Müllerleile, „dass wir beim Richten so viel Spannung wie nur möglich aus dem Blech herausholen. Eben ist die Platine allemal. Aber wenn das Blech gespalten wird, dann kann bei entsprechender Restspannung die Platine seitlich wegspringen und je nachdem, wie gut oder schlecht sie gerichtet wird, ist dann die Abweichung.“ Der Fachmann spricht dann vom Säbel (siehe Kasten). Bleiben die Kanten der Platine zueinander parallel, ist das ein Zeichen für ein gutes Richtergebnis.

„Die Qualität einer Platine wird aber erst nach der zweiten oder dritten Platine sichtbar. Denn das erste Teil wird immer gerade, das zeigt sich immer mit einem geraden Schnitt, aber der Rest der Tafel springt“, sagt Hentschel. Neben aller technischen Finessen, die eine Kohler-Richtanlage aufweist, gehört auch eine Portion Erfahrung dazu, um einwandfreie und bestmögliche Richtergebnisse zu erzielen. Deutlich macht dies Hentschel am Beispiel der Umbauphase, als man bei Hörmann Platinen vom Markt einkaufen musste. „Während wir mit unserer Fertigung Säbelmaße von circa 1,5 mm erreichen, wiesen die Kaufteile bis zu 50 mm auf. Das ist schon ein eindeutiger qualitativer Unterschied.“

Nach dem Richtvorgang wird die Platine vom Coil quer abgetrennt. Dazu wurde eine Plasmaschneidanlage von Kohler installiert. Ursprünglich wurde dafür eine Laseranlage angedacht. „Nach eingehenden Versuchen entschieden wir uns aber für das Plasmaschneiden“, sagt Hentschel und mit dem heutigen Stand der Technik erhält man nahezu gleiche Resultate bei Geometrie und Oberflächenqualität wie im Laserschnitt. Nach einem halben Jahr Bauzeit zeigen sich bei Hörmann deutliche Kostenvorteile.

Es ist einfach nur das Gewicht, von etwa 140 t, das vom Fundament getragen werden muss. Mit einer Anschlussleistung von 265 kW je Richtanlage lassen sich die Platinen mit einer Geschwindigkeit von etwa 40 m/min fahren.

Richttechnik als Alleinstellungsmerkmal der Fertigung

Mit einer solche Anlage, wie sie bei Kohler unter dem Begriff Sondermaschinenbau läuft, hat sich Hörmann sein Alleinstellungsmerkmal in der Fertigung von Rahmenlängsträgern aufgebaut. Hentschel scheint vom Kohler-Experten Müllerleile gut beraten und bedient worden zu sein. Denn die Maschinen erfüllen, optimal ausgestattet und eingestellt, ihre Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit. Die Anlage benötigte eine Projektierungszeit von etwa 10 Monaten, wobei die Demontage der vorherigen Anlage mit eingerechnet ist. Die Anlagenführer, die ihre Erfahrungen aus der Vergangenheit in die Bedienung des neuen Anlagensystems einbringen konnten, wurden für die Neuerungen in kurzer Zeit bestens geschult.

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