Biegen

Mit dem automatischen Biegezentrum die Fertigungszeiten um 75 % gesenkt

Seite: 3/3

Anbieter zum Thema

Jetzt erfolgt der eigentliche Biegeprozess. Dabei spannt die servomechanisch angetriebene Oberwange die Platine gegen die Unterwange. Die Biegewange führt dann die eigentliche Biegung oder Kantung aus, indem sie auf den programmierten Winkel schwenkt und automatisch die gewünschten Radien, Umschläge oder Profile erzeugt. Dabei wird der vom Convotherm-Fertigungsleiter Wolfgang Salzmann gewünschte Effekt des druckmarkenfreien Biegens sichergestellt.

Biegezentrum realisiert mit einem Werkzeugsatz unendlich viele Biegevarianten

Deutlich wird auch die Tatsache, dass man mit einem einzigen Werkzeugsatz unendlich viele Biegevarianten realisieren kann. Ändert sich die Biegeteillänge, dann werden die Werkzeuge mithilfe von Wechselarmen sekundenschnell in Position gebracht. Darin sieht Salzmann auch einen der großen Vorteile des Multibend-Centers. Denn egal ob mehrere gleiche Teile oder ein einzelnes Teil benötigt werden, die Flexibilität bleibt stets erhalten.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 13 Bildern

Das fertig gebogene Teil wird über Transportbänder ausgeschleust. Sofern es sich um ein einzelnes Teil handelt, kann es der Bediener vom Puffertisch nehmen und sofort in den Weiterverarbeitungsprozess geben.

Serienteile schleust das Biegezentrum auch zur Entladeseite aus. Dort wartet ein Entladeroboter, der die Biegeteile mit Vakuumsaugern aufnimmt und abstapelt. Wie die Teile auf den Systempaletten abgestapelt werden sollen, bestimmt der Bediener. Stehend, liegend, verschränkt – nahezu alles ist möglich. Ohne Programmieren und ohne Teachen des Roboters. Selbst ineinander gelegt ist machbar. Dazu fährt der Entladeroboter jedes zweite Teil an eine „Umspannstation“, die das Blechteil solange festhält, bis der Roboter es von der anderen Seite greifen kann. Anschließend wird es um 180° zum vorherigen Teil gedreht abgestapelt.

Prozess lässt sich mit automatischem Biegezentrum auf zwei Arten starten

„Den Prozess“, so erklärt Stahl, „kann man auf zwei verschiedene Arten starten. Einmal schiebend, indem man die Auftragsdaten (etwa für eine Seitenwand) direkt am Display eingibt oder von einem ERP-System übernimmt. Das Stopa-Regallager prüft, ob die Seitenwand-Platinen vorrätig sind und lagert sie aus. Der Roboter weiß, was er entnehmen muss, und der Wechsler baut die Werkzeuglänge auf. Im Fall der ziehenden Fertigungssteuerung bestimmt der Montagebedarf per Kanban die Auftragsfolge. Ein Bediener steckt eine Kanban-Karte in einen Matrixcode-Halter, der an der Palette angebracht ist.“ Ein Scanner liest die Auftragsdaten und meldet die an das Stopa-Lager. Danach gestaltet sich der Fertigungsprozess wieder gleich.

„Gerade mit unseren flexiblen und intelligenten Be- und Entladesystemen in einer Komplettzelle sehen wir für RAS ein besonderes Alleinstellungsmerkmal“, sagt Stahl.

Roboter kann Rückwand für stehendes Abstapeln der Biegeteile selbst holen

Zum liegenden Abstapeln von Biegeteilen reicht eine Palette. Soll der Roboter die Biegeteile jedoch stehend ablegen, benötigt die Palette eine Rückwand, gegen die er die Fertigteile anlehnen kann. Was aber, wenn der Bediener die falsche Palette aufgesetzt hat? Kein Problem: Der Roboter erkennt aus dem Matrixcode, dass eine Rückwand benötigt wird. Er holt sich die Rückwand aus einem Rückwand-Magazin, steckt sie in die Basispalette und kann danach die Biegeteile stehend dagegenlehnen.

Convotherm hat auf diesem RAS-Multibend-Center täglich etwa 30 Aufträge mit rund 30 bis 40 Teilen in höchster Genauigkeit und Sauberkeit und zudem in wechselnden Combi-Dämpfer-Typen. Etwa 1000 t Edelstahl werden jährlich damit gebogen. Dabei reicht die Aufgabe vom schnell „dazwischengeschobenen“ Einzelteil bis zum Serienteil.

Für Fertigungsleiter Wolfgang Salzmann ist die RAS-Anlage eine gewinnbringende Investition. „Wir sind noch nicht an der Kapazitätsgrenze angelangt. Die Anlage ist so schnell. Da haben wir noch Luft nach oben für unsere geplante Stückzahlerhöhung“, sagt er und ergänzt: „Mit dieser Anlage können wir im Design unserer Bauteile Sachen machen, die wir uns am Anfang noch gar nicht vorstellen konnten.“ Die Konfiguration des gelieferten Biegezentrums haben RAS und Convotherm gemeinsam erarbeitet. Sie passt optimal zu den Prozessabläufen beim Kunden.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:35274050)