Servoantriebe

Mit Servoantriebstechnik die Produkt- und Prozessqualität erhöhen

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Das System sorgt dafür, dass die mittlere Leistungsaufnahme der Servopresse aus dem Stromnetz durch den Einsatz der Kondensatormodule in Verbindung mit dem Active Line Module in etwa dem Energiebedarf eines vergleichbaren konventionell angetriebenen Stanz- und Umformautomaten entspricht. Auf diese Weise können beide Hauptmotoren mit einer Bemessungsleistung von je 380 kW über eine gemeinsame Einspeiseeinheit mit nur 132 kW versorgt werden.

Energiepuffer senkt Energiekosten und Betriebskosten

Der Energiepuffer reduziert die Energie- und Betriebskosten deutlich, er vereinfacht den Gesamtaufbau der Presse und als Folge dessen auch die Wartung und Ersatzteilhaltung. Alternativ bietet der Pressenhersteller auch einen kinetischen Energiespeicher in Form eines zusätzlich installierten Motors an. So kann immer die energetisch günstigere und über die gesamte Lebensdauer der Presse hinweg wirtschaftlichere Variante gewählt werden.

Zusammen mit der Fraunhofer-Gesellschaft arbeiten Andritz Kaiser und Siemens an einem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Forschungsprojekt, das neue Verfahren zur Energiespeicherung und zum energieoptimierten Betrieb von Servopressen wissenschaftlich untersucht. Ziel dieser Entwicklungskooperation ist es, das Energiemanagement für Servopressen in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht kontinuierlich zu verbessern.

Transfersystem mit Linearmotoren für hohe Beschleunigung ausgelegt

Die Überwachung von Not-Aus-Tastern, Schutztüren, Betriebsarten und Bremse erfolgt über Profibus/Profisafe, eine fehlersichere Simatic-Steuerung S7 300F und dezentrale Peripheriemodule ET200S. Weiteren Hardware- und Verdrahtungsaufwand sparen die in den Servoantrieb integrierten Basissicherheitsfunktionen Safe Stopp (SS1, sicheres Stillsetzen) und Safe Torque Off (STO, sicherer Halt) sowie die erweiterte Sicherheitsfunktion Safely Limited Speed (SLS, sicher reduzierte Geschwindigkeit), die beim Einrichten mit offener Schutztür die Geschwindigkeit von maximal 60 auf 5 Hübe pro Minute reduziert.

Auch die Taktzeiten von Servopressen werden vom eingesetzten Transfersystem mitbestimmt, das die grundsätzlich weiter reduzierbaren Nebenzeiten auch mitmachen muss. Andritz Kaiser setzt auch dabei auf Antriebstechnik von Siemens und rüstet sein Transfersystem KET mit hochdynamischen Siemens-Linearmotoren 1FN3 mit Absolutwertgebern aus.

Transfersystem in Pressen-Seitenständer integriert

Das System ist in die Seitenständer der Presse integriert, dank geringer Stützabstände und auch in sich sehr steif. Es kommt ohne zusätzliche mechanische Übertragungselemente aus und ermöglicht damit extrem hohe Beschleunigungswerte. Die Bewegungen sind über eine virtuelle Leitachse elektronisch synchron an die des Hauptantriebs gekoppelt und werden automatisch an die ermittelte Hubzahl und Bewegungsführung des Stößels angepasst.

Neben dem kompletten Engineering des Steuerungs- und Antriebssystems hat der Pressenbauer auch die Planung, Fertigung und Installation der Schaltschränke Siemens anvertraut. Die im Werk für Kombinationstechnik in Chemnitz aufgebauten Schaltschränke wurden für die Inbetriebnahme vor Ort durch Mitarbeiter von Andritz Kaiser und Siemens vorbereitet.

„Für eine Maschine von Andritz Kaiser haben wir uns entschieden, weil wir der Meinung sind, dass deren Guss-StahlKonstruktion mit Zugankern präziser ist als ein geschweißtes Gestell“, so Rene Kriening, „und weil der Hersteller auf unsere Wünsche eingegangen ist und so profane Dinge wie die Spannnuten an unsere Standards angepasst hat. Mit den neuesten Komponenten und Technologien von Siemens liegen wir auch auf dem Gebiet Steuerungs- und Antriebstechnik auf der zukunftssicheren Seite.“

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