Montageautomation Mobiler Bestückungs-Roboter ist so flexibel wie ein menschlicher Werker

Autor / Redakteur: Udo Henkel und Matthias Roth / Claudia Otto

Er ist immer dort, wo man ihn gerade braucht: Der mobile Roboter kann wie ein menschlicher Werker je nach Bedarf kurzfristig an bestehenden Produktionslinien eingesetzt oder auf andere Stationen versetzt werden, um Auftragsspitzen flexibel abzuarbeiten. Dabei verpasst Kollege Roboter nie seinen Einsatz.

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Ein Roboter, der so flexibel wie ein menschlicher Werker immer dort eingesetzt werden kann, wo der Arbeitsdruck am größten ist, ohne daß die gesamte Montageanlage umgebaut werden muss: Dieser Anforderung wird der erste industrietaugliche mobile Roboter gerecht, der vom Anlagenbauer Henkel + Roth gemeinsam mit dem Roboterexperten Neobotix entwickelt wurde.

Anders als festinstallierte Portal- oder Standsysteme kommt der mobile Roboter ohne aufwändige Peripherie, Infrastruktur und Zusatzinstallationen aus und verbindet flexible Einsatzmöglichkeiten mit einem höheren Aktionsradius, geringeren Kosten und einer schnellen Amortisierung der Investition. Vor allem in One-Piece-Flow-Montageanlagen im heute vorherrschenden U-förmigen Layout kann der selbstfahrende Roboter seine Stärken ausspielen.

Schnelles Umgreifen und Ablegen während der Fahrt

Die Idee eines mobilen Verkettungssystems für Maschinenbestückung und Teiletransport beschäftigt die Ingenieure schon seit einem Vierteljahrhundert. Der jetzt serienreife mobile Roboter basiert auf dem sechsachsigen Kuka-Roboter KR 16 KS, der einen Aktionsradius von 1,8 m hat und Werkstücke bis zu 10 kg handhaben kann. Die groß bemessene Ablageplattform erlaubt ein schnelles Umgreifen und Ablegen während der Fahrt.

Die Plattform hat einen Differenzialantrieb mit auf jeder Seite einem angetriebenen Rad und je zwei Stützräder vorn und hinten. Sie kann auf dem Boden in alle Richtungen verfahren und auf der Stelle drehen. Dabei erreicht sie eine Verfahrgeschwindigkeit bis zu 0,7 m/s.

Roboter meistert 8-Stunden-Schicht ohne Boxenstopp

Mit einem Akkusatz kann der Roboter eine komplette 8-Stunden-Schicht ohne Boxenstopp meistern. Ein Kamera-Erkennungssystem stellt sicher, daß der Roboter nach dynamischer Anfahrt zur Maschine seine Position selbsttätig korrigiert. Die Positionierfehler bei der Werkstückübergabe liegen so im Bereich von Zehntelmillimetern und damit nicht schlechter als bei den menschlichen Kollegen.

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