Lizenzmanagement

Neue Lizenzierungsmodelle für Maschinensoftware generieren Zusatzeinnahmen

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Denn während im typischen Geschäft mit eingebetteten Systemen Geräte für die Telekommunikation, Medizin oder den Maschinenbau als Komplettpaket aus Hardware und Software den Besitzer wechseln, ermöglichen es individuelle Lizenzierungsmodelle, den Funktionsumfang und das Preismodell auf bestimmte Kundengruppen abzustimmen. Ziel dieser Produktstrategie ist es, die Hardware als einheitliches Basispaket zu entwickeln, den Funktionsumfang des Geräts jedoch mit unterschiedlichen Softwarefunktionalitäten an die bestimmten Anforderungen der unterschiedlichen Märkte anzupassen. So lassen sich ganz nebenbei auch Entwicklungskosten einsparen.

Während beispielsweise ein Hersteller in der Metallverarbeitung mit einem festen Lizenzierungsmodell mitunter dazu gezwungen ist, für jeden Maschinentyp eine separate Softwareprogrammierung zu betreiben, können mit flexiblen Lizenzierungsoptionen unterschiedliche Anlagen auf einer Codebasis produziert und bestimmte Features je nach Anforderung ein- oder ausgeblendet werden. So können Hersteller einen Gerätetyp als Vollversion vermarkten, während sie mit demselben Entwicklungsaufwand ein System als „Light“-Version anbieten können, um neue Marktsegmente zu erschließen.

Ebenso sind Gerätehersteller mit alternativen Lizenzierungen in der Lage, teure Produkte mit voller Funktionalität als abgespeckte Varianten oder mit Probelizenzen anzubieten und Kunden so vom Erwerb des Hauptprodukts zu überzeugen. Ein Schalter innerhalb der Software sorgt dafür, dass die Nutzung der Testlizenz nach einem bestimmten Zeitraum abläuft.

Lizenzmanagement-Produkte vereinfachen die Verwaltung

Darüber hinaus lassen sich Lizenzierungsmodelle implementieren, die auf einem Leasing-Ansatz oder aber auf einer Volumenbegrenzung basieren. Auch dabei misst ein in der Software enthaltener „Zähler“ die Häufigkeit der Nutzung des Systems und verhindert jede weitere Verwendung, nachdem das Kontingent abgelaufen ist. Erst wenn der Anwender ein weiteres Nutzungsvolumen erwirbt, ist das Gerät erneut verwendbar.

In all diesen Szenarien vereinfachen Lizenzmanagement-Produkte die Verwaltungsarbeit, indem sie Geräteherstellern dabei helfen, Lizenzen elektronisch zu generieren, zu überwachen und die Einhaltung der Bedingungen zu erzwingen. So ist es möglich, die durch Piraterie, Kopieren und Austausch von Software verloren gegangenen Gewinne zu erzielen und gleichzeitig neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Ein typisches Beispiel für die Effektivität eines flexiblen Lizenzierungsmodells lässt sich an der Entwicklung und dem Vertrieb von Lösungen für thermodynamische Berechnungen festmachen. Gewöhnlich werden derartige Systeme mit einer einzigen Softwareversion verkauft – ganz gleich, ob für große Konzerne oder kleine Betriebe. Das Problem: Während im ersten Fall die Lösung häufig mit einer sehr hohen Auslastung und täglich genutzt wird, ist das System für einen Fünf-Mann-Betrieb und einer Nutzung pro Woche meist weder finanzierbar noch wirtschaftlich rentabel.

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