Stahl Neue Warmbandstähle erleichtern das Umformen

Autor / Redakteur: Bernd Overmaat / Dietmar Kuhn

Wenn es um Stahlwerkstoffe für die Umformtechnik geht, sind permanent neue Stähle gefragt. Die Stahlhersteller wie die Thyssen-Krupp Steel Europe (TKS) engagieren sich darin, die Umformeigenschaften zu verbessern. Dazu beitragen soll jetzt eine neue Warmbandreihe, die unter dem Namen Scalur auf der Blechexpo 2011 vorgestellt wird. Diese Stahlsorte soll erstklassige Verarbeitungseigenschaften besitzen.

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Scalur ist der Name einer neuen, hochwertigen Warmbandreihe, die Thyssen-Krupp Steel Europe jetzt erstmals auf der Messe Blechexpo 2011 in Stuttgart präsentiert. Scalur wird auf der Gießwalzanlage bei TKS produziert.

Neues Warmband bietet ählnliche Eigenschaften wie kalt gewalzte Stähle

Das gebeizte und geölte Warmband bietet nach Angaben des Erzeugers enge Dickentoleranzen und gleichmäßige mechanische Eigenschaften, die mit den Merkmalen kalt gewalzter Stähle vergleichbar sind. Scalur-Anwender sollein damit insbesondere von den erstklassigen Verarbeitungseigenschaften, gesteigerter Prozesssicherheit und höherer Ausbringung profitieren.

Den neuen Werkstoff gibt es in Dicken von 1,2 bis 6 mm, die Breiten liegen zwischen 900 und 1600 mm. Das Spektrum der Stahlsorten, die als Scalur-Warmband erhältlich sind, reicht von weichen Stählen zum Kaltumformen über mikrolegierte Stähle mit Streckgrenzen von 315 bis 550 Megapascal (MPa) bis hin zu einem höchstfesten Complexphasenstahl mit einer Streckgrenze von 680 MPa. Maßhaltigkeit und gleichmäßige chemische Zusammensetzung des Materials werden unter anderem durch Werte wie 0,002% für den typischen Schwefelgehalt und, je nach Banddicke, 0,05 bis 0,07 mm für die Dickenabweichung eindrucksvoll dokumentiert.

Warmbandstähle für Tiefziehen besonders geeignet

Mit seinen hochpräzisen Abmessungen ist Scalur besonders geeignet für Tiefziehprozesse, bei denen Warmband mit niedrigen Dicken gebraucht wird. Anwendungsbeispiele sind Struktur-Innenteile und Komponenten für Sitze im Automobilbau. Andere Tiefziehteile, etwa im Regal- und Möbelbau, lassen sich mit Scalur ebenfalls in gleichbleibend hoher Qualität und kostengünstig fertigen. Generell gilt: Mit seinem geringen Schwefelgehalt eignet sich das Material besonders gut für höchste Kaltumformansprüche.

Scalur wird auf der modernen Gießwalzanlage (GWA) von Thyssen-Krupp Steel Europe gefertigt. Im Unterschied zur konventionellen Warmbandfertigung koppelt die GWA die Produktionsstufen Stranggießen und Warmwalzen in einer Fertigungslinie. Dabei sind die Brammen mit 48 bis 65 mm von vornherein wesentlich dünner als die Stahlblöcke aus konventionellen Stranggießanlagen.

Warmbandstähle mit besonders homogener Gefügestruktur

Die besonders homogene Gefügestruktur des auf der GWA gefertigten Materials entsteht unter anderem dadurch, dass die Brammen unmittelbar aus der Stranggießanlage und damit direkt aus der Gießhitze in die Warmbandstraße laufen. Dabei ist die Temperaturverteilung gleichmäßiger als in der klassischen Warmbandfertigung, bei der die Brammen zunächst abkühlen und vor dem Warmwalzen wieder aufgeheizt werden müssen. Für die engen Dickentoleranzen sorgt unter anderem die fortschrittliche Walztechnologie der Fertigstraße.

Thyssen-Krupp auf der Blechexpo 2011: Halle 4, Stand 4105

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