Open Innovation

Offene Innovationsstrukturen erweitern den Horizont

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„Unternehmen, die in Netzwerken und Clustern engagiert sind, wissen, dass ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Zusammenarbeit die richtige Balance von Geben und Nehmen ist“, sagt Griesar.

Industrie erkennt schon Bedeutung von Open Innovation

Um festzustellen, inwieweit Open Innovation in der betrieblichen Praxis schon Einzug gehalten hat, hat die Technologie Management Gruppe Markt und Innovationen GmbH (TMG) mit dem Institut für Entscheidungstheorie und Unternehmensforschung der TH Karlsruhe im Jahr 2009 die Studie „Open Innovation – die Zukunft gehört der Offenheit“ durchgeführt.

Den Ergebnissen zufolge haben 90% der befragten Unternehmen aus der produzierenden Industrie die Bedeutung von offenen Innovationsstrukturen schon erkannt und sehen einen positiven Effekt auf ihre Wirtschaftlichkeit, aber nur 47% sind involviert in einem Netzwerk, das konkret den Zweck der Innovationsentwicklung verfolgt.

Unternehmen müssen Strukturen für Open Innovation noch aufbauen

TMG-Geschäftsführer Ulf Pleissner erläutert: „Ich denke, die Unternehmen haben die Notwendigkeit erkannt, benötigen aber noch einige Zeit, um auch die erforderlichen Strukturen und die eigene Offenheit im Unternehmen aufzubauen.“ Aber Offenheit heißt auch Verlust der Kontrolle, wie Pleissner betont und genau hier sieht er auch die Risiken im Rahmen einer offenen Innovationsstruktur.

Dies spüre man etwa bei der Frage zur rechtlichen Nutzung von erarbeiteten Ideen. „Aber nicht nur die Rechtsfrage ist ein Problem in offenen Innovationsstrukturen, auch die eigene Kultur. Ideen von außen überhaupt zuzulassen, stellt eine nicht zu unterschätzende Hürde für Open Innovation dar“, erklärt Pleissner.

Siemens treibt Open Innovation mit Nachdruck voran

Ein Vorreiter in Sachen Open Innovation ist Siemens. Seit drei Jahren gibt es dort ein Team im Chief Technology Office, welches das Thema bei Siemens vorantreibt. „Aufgabe und Ziel des Chief Technology Office ist es, die stärksten Kräfte im Unternehmen zu bündeln, um zusammen mit den geschäftsführenden Einheiten, den Regionen und der Corporate Technology Technologie und Innovation zu einem Werttreiber von Siemens zu machen“, sagt Dr. Michael Heiss, Chief Technology Office Open Innovation bei der Siemens AG Österreich. „Je direkter der geschäftliche Nutzen für die operativen Einheiten ersichtlich ist, desto leichter ist der Öffnungsprozess hin zur Open Innovation zu erreichen. Deshalb ist es wichtig, möglichst konkrete Initiativen ins Leben zu rufen“, betont er.

Ein Beispiel für solche konkreten Maßnahmen zusätzlich zu den klassischen Universitätskooperationen, wo Siemens schnell Erfolge erzielen konnte, sei das E-Brokering. „E-Broker sind Vermittler, die externe Problemlöser mit der Firma zusammenbringen“, sagt Heiss. Dabei veröffentlichen Entwickler ihre Fragestellung auf der Website des E-Brokers und loben ein Preisgeld für die beste Lösung aus. Die könne etwa von einem großen IT-Haus in Indien oder von einem kleinen Hobbyentwickler in Deutschland stammen.

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