Open Innovation

Offene Innovationsstrukturen erweitern den Horizont

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„Open Innovation ist nicht nur eine Chance, sondern in den meisten Branchen eine Notwendigkeit, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können“, meint Heiss. Für ihn ist Open Innovation ein Change-Prozess, es reiche nicht mehr aus, als Unternehmen eine bestimmte innovative Entwicklung selbst zustande zu bringen.

Open Innovation erfordert neue Denkweise

Man müsse ständig hinterfragen, ob die eigene Expertise ausreiche, bestimmte Innovationsprozesse hinter geschlossenen Labortüren zu gestalten, oder ob man mit der Öffnung der Prozesse nicht bessere Resultate erzielen könne. „Diese Denkkultur ist für viele neu. Unser Ziel ist, dass diese Denkkultur zur Selbstverständlichkeit wird“, erklärt er. Open Innovation ergänze die klassische Forschung und Entwicklung, indem sie die Kreativität und Expertise vieler Menschen in den Innovationsprozess einbeziehe. „Open Innovation bietet somit relativ unkompliziert eine massive Erweiterung des Horizonts“, so Heiss.

Doch bei der Öffnung gibt es auch Risiken, die sich aber kalkulieren lassen, wie Heiss erläutert: „Nicht zuletzt wegen der Sorge um das geistige Eigentum oder die Patentierbarkeit der Open-Innovation-Produkte scheuen sich noch viele Unternehmen, Open Innovation zu betreiben. Aber es funktioniert komplett innerhalb des bestehenden Patentregimes, wenn man die Spielregeln richtig definiert – etwa mit Vertraulichkeitserklärungen oder einem Rechtsverzicht.“

Bei Open Innovation Beziehungen mit Fingerspitzengefühl aufbauen

An dieser Stelle sei seitens der Unternehmen auch ein Umdenken erforderlich: „Wenn man schon vor dem ersten Gespräch mit einem potenziellen Partner alle Eventualitäten vertraglich zu regeln versucht, dann wird man nicht schnell genug oder gar nicht erfolgreich sein.“ Die Kunst bestehe darin, in den ersten Gesprächen so viel zu geben, dass man zwar etwas bekommt, aber trotzdem dem Unternehmen nicht schadet, wenn das Gespräch scheitern sollte.

Dazu gehöre viel Fingerspitzengefühl und auch die Fähigkeit, Vertrauensbeziehungen aufzubauen. „Sobald beide Seiten von der Idee der Zusammenarbeit begeistert sind, werden ganz klassisch Verträge ausgehandelt, die die Rechtsfragen des geistigen Eigentums klären“, so der Experte. Eine starke Patentposition sei allerdings Voraussetzung, um aus der Öffnung der Innovationsprozesse nachhaltig einen geschäftlichen Nutzen ziehen zu können.

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