Stanzteile/Umformteile

Permanenter Preisdruck verlangt nach präziserer Kalkulation

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Fragwürdige Annahmen fließen in die Vollkostenrechnung ein

Die Verrechnung der Gemeinkosten, beispielsweise die Umlage der Kosten der Betriebsleitung oder des Qualitätsmanagements unter Anwendung oft fragwürdiger Umlageschlüssel wie der Pro-Kopf-Umlage oder nach Umfang der Maschinenlaufzeiten, ist oft unrealistisch und verfälschend.

Auch die Prognose der Planbeschäftigung, beispielsweise die Schätzung der jährlichen Maschinennutzungslaufzeiten oder die Bestimmung der Abschreibungszeiten für Maschinen und Anlagen, ist bei oft schwankender Kapazitätsauslastung recht schwierig.

Werden die Maschinenlaufzeiten zu niedrig angesetzt, führt das zu überhöhten Stundensätzen und letztendlich zu Überteuerungen in der Angebotskalkulation. Umgekehrt führen zu optimistisch ausgelegte Laufzeiten zu niedrigen Stundensätzen und eventuell zu Verlusten.

Theoretische Annahmen sorgen für Diskussionen mit dem Kunden

Diese theoretisch ermittelten Annahmen sorgen bei Preisverhandlungen mit der Kundenseite nicht selten zu strittigen Diskussionen. Somit ist die traditionelle Zuschlagskalkulation dauernd in der Kritik. Sie verliert aber in der heutigen Praxis zunehmend an Bedeutung, da sie den Anforderungen nach Kostentransparenz oft nur unzureichend gerecht wird.

Außerdem kann die Zuschlagskalkulation auf Vollkostenbasis zu Fehlentscheidungen führen, wenn bei Zugrundelegung des Marktpreises kein oder nur ein geringer kalkulatorischer Gewinn ausgewiesen wird und deshalb auf die Akquisition eines vielleicht lukrativen Auftrages, mit dem ein positiver Deckungsbeitrag erzielt werden könnte, verzichtet wird.

Unternehmen wenden tendenziell die Deckungsbeitragskalkulation an

Tendenziell wenden immer mehr Unternehmen die Deckungsbeitragskalkulation, auch als Direktkosten- oder Teilkostenrechnung bezeichnet, für ihre Preisbestimmung an. Bei diesem Verfahren werden ausschließlich die variablen, weitgehend beschäftigungsabhängigen Kosten berücksichtigt, um so die oft willkürlich zugeordneten Fixkostenverrechnungen und kostenverzerrenden Gemeinkostenzuschläge auszugrenzen beziehungsweise zu vermeiden.

Als typische variable Kosten gelten die Materialkosten, Energiekosten, Fertigungslohn- und Instandhaltungskosten sowie die nur tatsächlich anfallenden Vertriebs- und Verwaltungskosten. Diese Kalkulationsmethode ermöglicht auch eine bessere Vergleichbarkeit hinsichtlich der Ertragsstärke der verschiedenen Produkte oder Produktgruppen.

Die Deckungsbeitragskalkulation ist aussagefähiger als die Zuschlagskalkulation. Die in Bild 1, Bild 2 und Bild 3 (siehe Bildergalerie) vereinfacht dargestellten Rechenbeispiele verdeutlichen die Auswirkungen der unterschiedlichen Kalkulationsmethoden auf die Preisbildung.

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