Stanzteile/Umformteile Permanenter Preisdruck verlangt nach präziserer Kalkulation

Autor / Redakteur: Peter Thielen / Dietmar Kuhn

Hersteller von Stanz- und Umformteilen leiden unter stetigem Preis- und Kostendruck. Denn immer mehr Kunden, vor allem im Bereich Automotive, verlangen mit der Angebotsabgabe auch die Offenlegung der Kalkulation. Wer da mithalten will, muss transparente und aussagefähige Kalkulationsmethoden nutzen.

(Bild: Kuhn)

„Können wir denn nun die vorgegebenen Preise akzeptieren oder nicht – oder warum sind wir immer zu teuer?“ Nicht selten werden die Kalkulatoren von ihren Kollegen aus dem Vertrieb mit diesen oder ähnlichen Fragen konfrontiert. Denn kaum ein Zulieferbetrieb findet bei seinen Kunden in der ersten Angebotsphase die gewünschte Preisakzeptanz. Mehrfaches Nachverhandeln um günstigere Preise und Forderungen nach Savingquoten (beispielsweise drei Jahre lang jeweils 3 % Preisreduktion) sowie bessere Konditionen (längere Zahlungsziele, Frei-Haus-Lieferungen) gehören zum Alltag vieler Einkäufer.

Anbieter müssen ihre wesentlichen Kalkulationsdaten offenlegen

Die Gründe, warum die Preise der verschiedenen Anbieter - bei absolut identischem Produkt – differieren, sind vielschichtig. Selbst Unternehmen aus der gleichen Region unterscheiden sich häufig in ihrer Kostenstruktur und Produktivität sowie in der Anwendung unterschiedlicher Kalkulationsverfahren und Preisstrategien.

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Die Preisvielfalt unter den Anbietern hat die Einkaufsseite schon vor Jahren bewogen, ausgefeilte Angebotsanalyseformulare unter dem Titel Costbreakdown (CBD) zu entwickeln. Dadurch werden die Anbieter gezwungen, ihre wesentlichen Kalkulationsdaten mit oft hohem zeitlichen Mehraufwand aufzuschlüsseln, sodass diese mit denen der Mitbewerbern direkt verglichen werden können.

Zuschlagskalkulation auf Vollkostenbasis meist Angebotsgrundlage

Wenn im direkten Anbietervergleich auch die Materialkosten noch die meisten Ähnlichkeiten ausweisen, so differieren die Maschinenstundensätze, die Rüstzeiten und Hubzahlen sowie die Gemeinkostenzuschläge der Produktionsbetriebe oft deutlich.

Ein Großteil der Anbieter ermitteln seine Angebotspreise mit der traditionellen Zuschlagskalkulation auf Vollkostenbasis. Die hierfür verwendeten Kostensätze werden häufig einem auf die eigenen Belange zugeschnittenen BAB ermittelt. Damit wird versucht, die betrieblichen Strukturen in Hilfs- und Hauptkostenstellen aufzugliedern und interne Leistungsverrechnungen möglichst verursachungsgerecht vorzunehmen.

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