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Permanenter Preisdruck verlangt nach präziserer Kalkulation

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Die korrekte Anwendung der Deckungsbeitragskalkulation setzt eine genaue Kenntnis der fixen und variablen Kosten sowie deren strikte Trennung innerhalb der Kostenrechnung voraus. Der Fixkostenblock muss bekannt sein. Denn ein nachhaltiger Unternehmensgewinn ist nur dann realisierbar, wenn die Summe aller erzielten Deckungsbeiträge die anfallenden Fixkosten einer Periode überschreitet.

Gemeinkosten werden auch als Pauschalbeträge zugerechnet

Zunehmend integrieren Kalkulatoren die Prozesskostenrechnung, auch als „cost driver accounting“ oder „activity based costing“ bezeichnet, in ihre Voll- oder Teilkostenrechnungen, um die Kostenpräzision zu verbessern.

Ziel ist dabei, dass den einzelnen Prozessen anstelle der kostenverzerrenden prozentualen Gemeinkostenzuschläge die als tatsächlich angesehenen Kosten der einzelnen Prozesse in Form von Pauschalbeträgen zugerechnet werden, wie beispielsweise für jeden Bestellvorgang im Einkauf 200 Euro, für jede Abwicklung eines Fertigungsauftrages 400 Euro, für die Durchführung von Qualitätssicherungsmaßnahmen 150 Euro und für die Verrechnung für den Overhead 800 Euro.

Bild 4 veranschaulicht die unterschiedliche Auswirkung auf die Stückkosten bei steigender Produktionsmenge. Bei der traditionellen Zuschlagskalkulation bleiben die verrechneten Gemeinkosten bei den Stückkosten pro Einheit konstant, bei steigender Menge findet also eine Überteuerung statt. Nicht aber so bei der prozesskostenorientierten Kalkulation: Bei größeren Mengen reduziert sich der Stückpreis entsprechend (degressiv).

Parallelkalkulation schützt vor Fehlentscheidungen

Um die Gefahr von Fehlentscheidungen zu reduzieren, ist die Erstellung einer Parallelkalkulation hilfreich, sodass die Ergebnisse der Zuschlagskalkulation zu Vollkosten mit der Deckungsbeitragsrechnung zu Teilkosten unmittelbar miteinander verglichen werden können.

Moderne Kalkulationsprogramme ermöglichen diesen direkten Vergleich.

Bild 5 zeigt einen Arbeitsplan, in dem die Stundensätze der einzelne Arbeitsgänge nebeneinander als Voll- und Direktkosten aufgelistet sind. In den äußeren Spalten werden die jeweiligen Fertigungskosten berechnet.

Genauso übersichtlich lassen sich bei einer Parallelkalkulation die unterschiedlichen preisbestimmenden Berechnungen ermitteln, die sich durch eine Beaufschlagung der Vertriebs- und Verwaltungskosten (V+V-Kosten), entweder als prozentualer Aufschlag und/oder unter Anwendung einer Prozesskostenpauschale, ergeben.

Weicht der über die Zuschlagskalkulation ermittelte Angebotspreis vom Marktpreis deutlich ab, so liefert der mit der Deckungbeitragskalkulation ermittelte Deckungsbeitrag Aufschluss darüber, ob dieser bei der Auftragsannahme dennoch einen Gewinnbeitrag leistet (Bild 6).

Transparenz und Flexibilität schaffen deutlichen Vorteil

Die Unternehmen, die über ein transparentes und flexibles Kalkulationsverfahren verfügen und in der Lage sind, ihre einzelnen Produkte und betrieblichen Leistungen mithilfe aussagefähiger Kennzahlen, wie beispielsweise des erzielten Deckungsbeitags pro Fertigungstunde oder des Deckungsbeitrags vom erzielten Umsatz, zu beurteilen, besitzen einen deutlichen Vorteil beim Akquirieren in preisumkämpften Märkten.

Darüber hinaus nutzen immer mehr Betriebe die relative Deckungsbeitragskalkulation auch als wirksames Instrument zur nachhaltigen Gewinnoptimierung ihres Betriebes.

* Technischer Betriebswirt Peter Thielen ist Inhaber der gleichnamigen Industrieberatung in 58708 Menden

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