Heinrich Schmid Maschinen- und Werkzeugbau Pressenkompetenz vom Zürichsee

Redakteur: Dietmar Kuhn

Die Schweizer Heinrich Schmid AG stellt moderne und schnelle Feinschneid- und Taumelpressen vor allem für die Automobilindustrie her. Das 1914 als mechanische Werkstätte gegründete Unternehmen, das seit 1999 zu Feintool gehört, liefert heute als Kompetenzzentrum der Gruppe Präzisionspressen.

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Wegen deren innovativer Technologie lassen sich damit einbaufertige Teile im Feinschneid- oder Taumelverfahren kostengünstig fertigen. Anwender können damit ihre Produktion revolutionieren oder nachgelagerte Arbeitsschritte einsparen.

Mit der Taumeltechnologie, bei der die Heinrich Schmid AG unangefochtener Weltmarktführer ist, werden heute beispielsweise Kegelräder für Differenzialgetriebe, Achsflansche für Rückwärtsgänge oder Zahnstangen für Lenkgetriebe von PKW und LKW gefertigt. Als Taumeln wird ein Kaltumformverfahren bezeichnet, bei dem die Umformkraft nur auf eine Teilfläche des Werkstückes wirkt. Mit relativ geringem Kraftaufwand lassen sich erstaunliche Umformungen erreichen. Taumelpressen rücken bei unterschiedlichsten Anwendern verstärkt ins Blickfeld, da eventuell mehrstufige Prozesse zusammengeführt oder andere gar ersetzt werden können. So wechselt Volkswagen bei der Herstellung von Differenzialkegelrädern im Werk Kassel nach und nach von der Verzahnungs- zur Umformtechnik. Die ersten beiden Taumelpressen haben gleich acht Fräszentren ersetzt. Sie benötigen nur 5 statt 45 s für eines von täglich 44.800 Kegelrädern mit fertiger Endkontur. Weil die Rohteile nur noch 415 statt 930 g wiegen, spart VW pro Jahr rund 2000 Tonnen Stahl und plant die Anschaffung einer weiteren Anlage.

Die Feinschneidpressen arbeiten mit 160 bis 1000 t Presskraft. Sie sind somit für alle Blechdicken geeignet, die für das Verfahren in Frage kommen. Automobilhersteller finden sich genauso auf der Kundenliste wie deren Zulieferer oder die Hersteller von Elektrowerkzeugen. Beim Stanzen von großen Serien hochpräziser Metallteile ab Coil, liefert das Feinschneiden, beste Ergebnisse bezüglich glatter, rechtwinkliger Schnittflächen, ohne Grat. Das geschieht in einem Arbeitsgang. Eine weitere Nacharbeit kann oft entfallen. Hochpräzise Werkzeuge fertigen heute komplexe Teile ohne Kantenbruch und mit beständigem innerem Gefüge.

In 2010 hat eine servogesteuerte Schmid 320 X-TRA Presse, mit 140 Hüben, einen unangefochtenen Weltrekord für Feinstanzpressen aufgestellt. Somit ist die bisherige Hürde von zu geringen Hubzahlen erfolgreich überwunden. In diese „Weltrekordpresse“ wurde auch eine energieeffiziente Technik zur Ringzackenbeschaltung eingebaut, die 85% der Energie zurückgewinnt.

Der Höhepunkt der bisherigen Unternehmensgeschichte ist der diesjährige Aufstieg zum Kompetenzzentrum für Pressentechnologie, innerhalb der Feintool Gruppe. Es darf deswegen mit weiteren Innovationen gerechnet werden.

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