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Türkische Umformmaschinen

Qualitätsmaschinen zum Kampfpreis

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Auch Durmazlar bietet seine Maschinen laut Yılmaz wesentlich günstiger an als die etablierten Konkurrenten aus Europa oder Japan und ebenso bezieht das Unternehmen seine Halbzeuge und Komponenten im Wesentlichen aus Deutschland. Nur Linearantriebe kommen von einem türkischen Anbieter, „die sind gut genug“, wie der Vertriebsleiter erläutert. „Wir realisieren Kostenvorteile über das Einkaufsvolumen und haben auch lange Beziehungen zu den Lieferanten, was uns günstige Preise sichert“, erläutert der Vertriebsleiter. Außerdem profitiert Durmazlar von den günstigen Arbeitskosten in der Türkei. „Wir können dennoch immer noch gut ausgebildete Mitarbeiter finden“, fügt Yılmaz hinzu.

Türkische Maschinenbauer setzen beim Vertrieb im Ausland meist auf Händler

Um den Vertrieb im Ausland kümmern sich, wie bei den meisten befragten Maschinenbauern, über 70 Händler weltweit, mit denen schon lange Geschäftsbeziehungen bestehen. Sie übernehmen für Durmazlar auch den Service vor Ort. „Seit etwa zehn Jahren wird der Service neben dem Preis immer wichtiger. Er muss so gut sein wie der Verkauf, sonst geht es nicht weiter“, sagt Yılmaz. Deshalb haben die Durmazlar-Händler auch die Ersatzteile selbst vorrätig und können sie binnen 24 h an den Kunden versenden. Doch dabei bleibt das Unternehmen nicht stehen: Nach Auskunft von Yılmaz sind zwei Projekte aufgesetzt worden, um den Service flexibler zu machen, eines in Europa und eines in den USA.

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„Technisch konnten wir bei Abkantpressen oder Tafelscheren mit unseren europäischen Konkurrenten gleichziehen“, sagt Yılmaz. „Unser nächster Schritt wird es sein, unsere Präsenz mit Servicezentren oder Technologiezentren zu verbessern. Denn unsere Konkurrenten in Europa sind für die Kunden leichter zu erreichen, und wenn man leichter zu erreichen ist, verkauft man auch mehr Maschinen.“ Der Verkauf soll in Deutschland und den USA stärker lokalisiert werden, „dann wird vieles leichter“, erwartet Yılmaz.

Durmazlar will sich mit weiteren türkischen Unternehmen anderer Branchen an einem solchen Technologiezentrum in Deutschland beteiligen und sucht nach einem geeigneten Standort. Doch noch warten die Initiatoren auf die zugesagte Unterstützung der Regierung. „Die Qualität der türkischen Maschinen ist sehr unterschiedlich, das verwirrt die Kunden“, räumt Yılmaz allerdings im Hinblick auf die gesamte Branche ein. Um eine gute Qualität zu erreichen, müsse man investieren, die Exportorganisation Turkish Machinery leiste hier gute Arbeit.

Anwender zeigt sich mit türkischer Abkantpresse zufrieden

Die Qualität der Abkantpressen bestätigt Sebastian Lustinetz, Maschinenbediener bei Raziol. Der Hersteller von Beölungsanlagen hat seit gut einem Jahr eine Durma-Abkantpresse des Modells AD-R 30175 in seiner Fertigung. „Von der Zuverlässigkeit und der Wiederholgenauigkeit her ist die Maschine sehr gut“, sagt er. Allerdings sei bei seiner Abkantpresse die Bedienung komplizierter als gewohnt: Sie hat keinen Touchscreen, die Befehle muss Lustinetz über Knöpfe eingeben. „Da arbeitet man automatisch langsamer, weil man alles Schritt für Schritt eingeben muss“, erläutert er. Der geschäftsführende Gesellschafter von Raziol, Georg Gisbert Zibulla, stört sich jedoch nicht daran: „Wir wollten die Maschine als Ergänzung und dafür etwas Günstiges. Für die wenigen Stunden in der Woche hätte sich eine teurere nicht gelohnt“, sagt er im Gespräch mit MM MaschinenMarkt.

„Bei der Qualität hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel geändert, die Technik hat sich verbessert“, ergänzt Elif Çakır, Sales Executive bei Akyapak Makine. Die Rundbiegemaschinen des Unternehmens laufen in Deutschland nach ihren Angaben sehr gut, auch mit Profilbiegemaschinen und Bohrwerken ist der Maschinenbauer in Europa präsent. „Natürlich gibt es diejenigen, die noch nie von uns gehört haben und erst fragen: ‚Maschinen aus der Türkei? Können die das überhaupt?‘ Nach einigen Videos sind sie aber auch überzeugt“, berichtet sie.

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