Konstruktion

Richtige Auslegung von Magneten lässt sich nur empirisch erreichen

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Dennoch eignen sich Neodym-Magnete für den Hochwasserschutz. So halten sie als Flachgreifermagnete Kellerfenster wasserdicht, wie die Anwendung bei einem Kunden zeigt (Bild 1). Dazu wird ein verzinkter Metallrahmen außen am Fenster angebracht, eine Verbundplatte in der Größe des Rahmens am Rand mit kleinen, starken Neodymmagneten umlaufend bestückt und ein umlaufender Dichtwerkstoff aufgebracht. Bei drohendem Hochwasser wird die Platte auf den Rahmen gesetzt und hält so das Wasser fern. Das Ablösen erfolgt durch Aushebeln.

Bei dieser Anwendung ist eine starke Anhaftung wichtig, damit die Dichtmasse vor Eintritt des Hochwassers den Spalt zwischen Platte und Rahmen schließt. Die Flachgreifermagnete sind dazu praktisch, weil sie rückseitig eine Befestigungsmöglichkeit bieten. Auch wenn die verzinkten Neodym-Flachgreifermagnete nicht korrosionsgeschützt sind, ist eine Anwendung über Jahre möglich, weil die Haftkraft nicht von möglicher Korrosion beeinflusst wird.

Beim Sintern des pulverförmigen Rohstoffs Magnetfeld anlegen

Das Besondere am Magnetwerkstoff ist, dass energiegeladene Teilchen innerhalb der Atomstruktur durch Anlegen eines magnetischen Feldes ausgerichtet werden können und diese einmalige Ausrichtung beibehalten. Das funktioniert, indem beim Sintervorgang des pulverförmigen Rohstoffs ein Magnetfeld angelegt und so die Vorzugsrichtung der Energieteilchen festgelegt wird. Als letzter Arbeitsschritt der Magnetherstellung wird der Magnet in eine Spule gehalten und so die Magnetenergie eingebracht. Außer den gegossenen AlNiCo-Magneten werden alle Magnete im Sinterverfahren hergestellt. Daher lassen sie sich auch nicht mechanisch bearbeiten, sind spröde und zerbrechen bei mechanischer Einwirkung.

Kapselung in Metallgehäuse ist Standard bei Magneten

Die Magnete werden nur selten in ihrer ursprünglichen Form eingebaut. Oft werden sie in einem Metallgehäuse gekapselt. Das hat mehrere Vorteile: Erstens wird der Magnet so gegen mechanische Erschütterungen geschützt. Zweitens bietet das Metallgehäuse – meist mit Korrosionsschutz – die Möglichkeit, verschiedene gedrehte oder gefräste Bauformen zu erzeugen und Befestigungen in Form von Gewinden ins Bauteil zu integrieren.

Drittens entsteht durch Einbau eines Magneten in ein Metallgehäuse ein Magnetsystem, das bei richtiger Dimensionierung die Haftkraft bis zu 18-fach verstärken kann – allerdings auf Kosten des Magnetfeldes. Tabelle 2 verdeutlicht verschiedene Systemvarianten, die das Standardprogramm von Bauer-Magnettechnik bietet.

Artikelfiles und Artikellinks

Datei: Tabelle 1

Datei: Tabelle 2

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