Konstruktion

Richtige Auslegung von Magneten lässt sich nur empirisch erreichen

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Wird der Magnet als Kontaktgeber verwendet, ist das Magnetfeld und weniger die Haftkraft gefragt. Das heißt: Bei solchen Anwendungen kommt der Magnet ohne verstärkendes System aus. So wird für die Geschwindigkeitsmessung am Fahrrad ein Rohmagnet an der Speiche und ein Hallsensor an der Gabel befestigt. Erfasst das bewegte Magnetfeld den Sensor, wird dieser geschaltet. Auf die gleiche Weise funktioniert auch der Auslöser eines Airbags. Voraussetzung ist ein Rohmagnet mit weiträumigem Magnetfeld. Der Magnetwerkstoff wird in Abhängigkeit von der Anwendung ausgewählt. Außer Neodym können zum Beispiel alle Magnetwerkstoffe bei Umgebungstemperaturen höher als 80 °C eingesetzt werden. Im Gegensatz zu AlNiCo verlieren Hartferrit, Neodym und Samarium-Kobalt bei Gegenfeldern ihre Haltekraft nicht.

Magnete mit hoher Haftkraft erfordern System zur Haftkraftverstärkung

Soll der Magnet allerdings eine möglichst hohe Haftkraft erzeugen, wie das zum Beispiel bei Lasthebemagneten der Fall ist, wird unabhängig vom Werkstoff ein System zur Haftkraftverstärkung benötigt. So ermöglichen Polyschuhsysteme eine Kraftmaximierung auf kleinstem Raum. Allerdings müssen die Magnete die Last etwa 30 s lang „ansaugen“, bis die Maximalkraft erreicht ist, die sich nur bei geschliffenen Flächen einstellt. Bei unebenen Oberflächen oder bei leichtem Abstand zum Gegenstück empfiehlt sich die Verwendung eines Rohmagneten oder U-Profil-Plattensystems, um noch eine gute Haftung zu erzeugen. Als Magnetwerkstoff eignen sich dafür Hartferrit und Neodym.

Zur Systemausstattung gehören auch Edelstahlgehäuse, die bei feuchter Umgebung oder hohen hygienischen Anforderungen erforderlich sein können. Gummierte Haftflächen und Gummilippen sind ratsam, sofern Magnete auf lackierten, empfindlichen Oberflächen angebracht werden oder – zusätzlich zur Erzeugung der Haftkraft – auch seitlichen Scherkräften standhalten müssen.

U-Profil-System als Stabgreifer ist scheibenförmig aufgebaut

Magnetsysteme gibt es auf dem Markt am häufigsten in den Bauformen Flach- und Stabgreifer. Bei Flachgreifern wird in einen Metalltopf ein scheibenförmiger Magnet eingelassen. Der Magnet hat nur am Topfboden Kontakt mit dem Metallmantel. Seitlich wird der Magnet vom Topf durch einen nicht magnetischen Werkstoff – Kunststoff oder Messingring – isoliert. Dieses System bezeichnet man als U-Profil-System (Tabelle 2).

Artikelfiles und Artikellinks

Datei: Tabelle 1

Datei: Tabelle 2

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